Archiv für August, 2011

GOOGLE KAUFT MOTOROLA

Veröffentlicht: 15 August 2011 in Uncategorized
Schlagwörter:, , ,

Google hat Motorola Mobility für rund 12,5 Mrd US-Dollar gekauft. Mit der Übernahme von Motorolas Mobilfunkspart will Google die Entwicklung von Android weiter vorantreiben, das weiterhin ein „offenes“ Betriebssystem bleiben soll. Laut CEO Larry Page sind die zunehmenden Patentstreitigkeiten ein weiteren Kaufgrund. „Die Patente Motorolas versetzen uns in die Lage, Android besser gegen die wettbewebsschädigenden Angriffe Microsofts und Apples zu verteidigen“. so Page.

Der Kauf muss alerdings noch von den US-Wettbewerbsbehörden noch genehmigt werden. Google rechnet damit, die Übernahme Ende 2011 oder Anfang 2012 abschließen zu können.

Advertisements

Die Forderung von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich, der Anonymität radikaler Blogger im Internet ein Ende zu setzen, wurde interessanterweise auf der Homepage der Tagesschau von deren Redaktion mit dem Titel „Friedrichs Internet-Vorstoß findet keine Freunde“ ausgestattet. Frage: Woher wollen die geneigten ZDF-Kollegen das eigentlich wissen?

Als Bekräftigung zitiert man FDP-Mann Burkhardt Müller-Sönksen, die SPD-Politker Dieter Wiefelspütz und Lars Klingbeil und den netzpolitischen Sprecher der Grünen, Konstantin von Notz, sowie deren Vorstandsmitglied Malte Spitz. Merke: Die Opposition stellt nicht die Meinung ALLER Deutschen dar. Der Titelzeile kann man also eine gewisse Subjektivität nicht absprechen!

Friedrich hatte Bezug auf das Massaker in Norwegen mit 77 Toten genommen und im Interview mit dem Nachrichten-Magazin Spiegel verlangt, anonyme Interneteinträge zu verhindern. „In der demokratischen Auseinandersetzung streiten wir mit offenem Visier auf Basis unserer verfassungsmäßigen Spielregeln“, hielt Friedrich fest. „Warum sollte das im Internet anders sein?“

„Herr Friedrich greift hier einen der Grundpfeiler unserer Demokratie an“, findet der Chef der Piratenpartei, Sebastian Nerz. „Die Möglichkeit, sich anonym zu äußern, ist Voraussetzung für eine echte Meinungsfreiheit.“

Ein Sprecher des Ministeriums stellte klar, Friedrich habe sich lediglich für eine demokratische Streitkultur im Netz ausgesprochen. Er sei nach wie vor der Ansicht, dass es auch im Internet durchaus Bereiche gebe, in denen Anonymität sinnvoll sei. Es gehe nicht um eine gesetzliche Pflicht, sich im Netz überall auszuweisen zu müssen.

Der Autor dieser Zeilen findet, man muss zu seinen Ansichten auch öffentlich stehen können.  Wer das nicht fertig bringt, beweist höchstens, dass ihm Rückgrat fehlt. Aber kann man Menschen gesetzlich dazu verpflichten Rückgrat zu entwickeln…? Was meint ihr?

Kürzlich lobte der geschätzte Blogger-Kollege Robert Basic zwei Profis aus dem Kommunikationslager als „Role Models“, also sozusagen vorbildlicher Kommunikations-Tausendsassa auf allen Ebenen moderner Interaktion. Robert war voll des Lobes in seinem Blog-Post über die Pressesprecherin von Vodafone Deutschland, Carmen Hillebrand, und einem Pressemitarbeiter von Google Deutschland, Stefan Keuchel. Meine Gegenprobe auf der Business-Plattform Xing bestätigte diesen Eindruck allerdings nicht. Vor zehn Tagen schickte ich beiden eine Kontaktanfrage, Reaktion identisch. Nämlich null. Unter Vorbild-Profis im Bereich Kommunikation stelle ich mir – als Medienschaffender –  etwas ganz anderes vor. Allerdings deckt sich diese „kein Anschluß unter dieser Kontaktuafnahme“ mit dem, was man heutzutage im Kontakte mit Pressestellen und Agenturen fast tagtäglich erlebt. De facto kann ich mich gar nicht mehr daran erinnern, wenn ich das letzte Mal einen Anruf mit dem Wortlaut erhielt: „Guten Tag Herr Bauer, ich bin Herr/Frau Soundso von Firma XY. So wünschten eine Rückruf…?“ Schöne neue, ach so multidisziplinär kommunikative Welt…

PEINLICH? ODER IST NICHTS ZU PEINLICH?

Veröffentlicht: 4 August 2011 in TV-Produktionen

Mancher TV-Produktionsfirma ist nichts zu peinlich. Pro7 strahlt neuerdings Sonderausgaben von „Red!“ (Sie wissen schon: Stars, Lifestyle & More mit Annemarie Warnkross) aus, bei denen berühmte Metropolen dieser Welt auf ihren Promi-Faktor untersucht werden. Passenderweise Red!@TheCity getauft. Heutige Ausgabe: Côte d’Azur. COTE D’AZUR??? Also wenn man sich als Film-Crew schon in der Sonne Südfrankreichs herum drücken will, dann lautet die Auswahl Monaco, Villefranche dur Mer, Nizza, Saint Laurent du Var, Cannes oder – zur Not – das weniger schicke Marseille böten sich an. Aber „Red!@TheCity – Côte d’Azur“…? Wäre mir, ehrlich gesagt, als Producer zu peinlich, einen 150 Kilometer langen Küstenstreifen Südfrankreichs als City verkaufen zu wollen…

BILD MOBILISIERT MASSE STATT KLASSE

Veröffentlicht: 3 August 2011 in BILD, Presserat, Uncategorized
Schlagwörter:, , ,

Dreister geht es kaum: Weil der Deutsche Presserat BILD – völlig zurecht – gerügt hatte, mobiliserte die Zeitung mit viel Farbe und wenig Text den wohl leicht zu manipulierenden Teil ihrer Leserschaft zu einer boshaften Aktion gegen die Kontrollinstanz des deutschne Presselandschaft.

Gerügt hatte der Rat die Boulevardzeitung dafür, dass der wegen Kindesentführung angeklagten Carsten W. noch vor Prozessbeginn mit seinem Konterfei in der Tageszeitung abgebildet wurde. „Die Identität eines Straftäters ist grundsätzlich zu schützen“, beurteilt der Rat. Die Boulevardzeitung sieht dies – wie schon mehrmals in der Vergangenheit – anders. Sie glaubt, dass die Öffentlichkeit ein Recht darauf habe zu erfahren, „wie ein Vergewaltiger, ein Kinderschänder und ein Mörder“ aussieht. Wohlgemerkt: BEVOR der Angeklagte überhaupt für seine Tat vor Gericht stand und rechtskräftig verurteilt wurde!

Der Pressekodex verbietet eine Vorverurteilung von Personen. „Ziel der Berichterstattung darf in einem Rechtsstaat nicht eine soziale Zusatzbestrafung Verurteilter mit Hilfe eines ‚Medien-Prangers‘ sein“, steht dort geschrieben.

Der Presserat rügte BILD in der Vergangenheit schon mehrmals wegen ähnlicher Fälle. Die Zeitung listet sie auf der Webseite auf. BILD forderte auf die Rüge hin ihre Leser auf, die nötigen Kontaktdaten des Presserats wurden veröffentlicht, dort anzurufen und zu protestieren. Am Dienstagmittag meldete sich beim Deutschen Presserat nur noch ein Anrufbeantworter. Der Aufruf der BILD-Zeitung im Internet und der gedruckten Ausgabe (Dienstagsausgabe), dem Deutschen Presserat die „Meinung zu sagen“, zeigt seine Wirkung. Der Presserat konterte mit einer Ansage, wenn man wegen des Aufrufs der BILD anrufe, solle man seine Meinung bitte schriftlich kundtun.

Rund um Oberbayerns Starnberger See gibt es viele nette Örtlichkeiten, die zum Verweilen einladen. Im verschlafenen Ort Tutzing kann den Autofahrer der zeitweilige Aufenthalt allerdings schnell den Gegenwert eines nette Mittags- oder Abendessens für zwei, oder gar den Gegenwert einer Übernachtung mit Frühstück kosten. Grund? Nun, die Gemeindeverwaltung hat sich entschlossen an Wochenenden und Feiertagen Senioren zu mobilisieren, die auf die automobilen Besucher des Ortes angesetzt werden und die Umsatz bringenden Gäste zusätzlich zur Kasse zu bitten. Bereits geringste Zeitüberschreitungen an ufernahen Parkgelegenheiten werden mit gesalzenen Bußgeldern belegt. Obwohl weder Parkplatznot, noch sonst ein vernünftiger Grund für solche Gängeleien herrscht. Woher ich das weiß? Nun, ich wurde selbst „Opfer“ zweier – natürlich in zivil gekleideter – Damen, die allerdings so auffällig unauffällig um die geparkten Autos schlichen, wie das eben nur ein Hilfssheriff in Abwesenheit seines Fensterbankkissens fertigbringt. Note 6 für Gastfreundschaft, liebes Tutzing. So nicht! Ich warte jetzt mal den Bescheid ab, dann sehen wir weiter. Ich freue mich schon auf das Gespräch mit dem Bürgermeister….

FÄNGT DER AUGUST MIT REGEN AN…

Veröffentlicht: 1 August 2011 in Uncategorized

…er`s bis zum Ende nicht lassen kann. Das zumindest besagt eine alte Bauernregel. Nachdem aber wenigstens der späte Nachmittag mit deutlich klärendem Himmel aufwartete und sogar einen schönen Sonnenuntergang bescherte, darf ich stattdessen vielleicht eine andere Bauernweisheit bemühen, die da heisst: Fängt der August mit Hitze an, bleibt sehr lang die Schlittenbahn