DRM 1978 – Der Zakspeed Capri Turbo

Veröffentlicht: 29 Juli 2008 in Uncategorized

29. Juli 1978 – HEUTE VOR 30 JAHREN: Die damalige Ford-Schmiede Zakspeed lud ihr jüngstes Kind ohne grosse Zeremonie im Fahrerlager von Hockenheim aus dem Transporter und der wunderschöne, im Look von Likörhersteller Mampe – typisches Schwarzen  mit roten und gelben Streifen – Gruppe 5-Renner war im Nu umringt von Neugierigen, allen voran die Konkorrurenten aus der Rennsport Meisterschaft.


Das von einem Ford Cosworth BDA 1,4 Liter, 4-Zylinder Turbomotor angetriebene, auf den Asphalt geduckte Geschoss wurde erst spät in der Saison fertig und ging nun beim DRM-Rennen im Rahmen des GP Deutschland erstmals an den Start.

Die Pole auf dem alten GP-Kurs in 2:08,9 min (trotz Schikanen ein Schnitt von 190 km/h) war schon ein spektakulärer Einstand. Dagegen stand Tabellenführer Harald Ertls Schnitzer BMW 320i Turbo mit 2:10,1 min. Hans Heyer schwärmte: «Das ist ein wunderschönes Auto. Mit einer 50/50 Gewichtsverteilung hat es ein sehr gutes Handling, es ist pro Runde 6 Sekunden schneller als unser Escort! Man fährt überall etwa 30 km/h schneller in die Kurven.»

Hans Heyer, Ford Capri Turbo, Hockenheim 1978

Im Rennen brannte Heyer mit Zakspeeds Flunder ein Strohfeuer ab, führte fünf Runden, obwohl das Auto bis dahin nur einen einzigen Testtag hinter sich hatte, bis der Motor seinen Geist aufgab und Ertl den Sieg erbte. Zakspeeds Gruppe 5 Capri hatte die Fachleute beeindruckt und die Konkurrenz nachdenklich gestimmt, eine deutsche Rennsport-Legende auf vier Rädern war geboren, es war der Beginn einer erfolgreichen Rennkarriere.

Heyer & Ertl, Hockenheim 1978

Das von Erich Zakowski bereits Ende 1977 erdachte und von Ford-Ingenieur Thomas Ammerschläger im Windkanal- und bei Torsiontests ausgefeilte Projekt war von Chefmechaniker Helmut Barth und Kollege Bruno Bunk in akribischer Kleinarbeit auf die Beine gestellt worden und eroberte im Laufe der verbleibenden Saison mit Heyer noch drei Mal die Pole und im Oktober konnte das Team auf dem Nürburgring dann den ersten von vielen Siegen feiern.

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Kommentare
  1. […] Rolf Stommelen 1977 in der Division 1 relativ leichtes Spiel hatte, waren beide Kategorien 1978 härter umkämpft und Meister würde diesmal aus der Division 2 […]

  2. Wolf Kurner sagt:

    Ich war damals bei Dr. P. Schrick zusammen mit Bruno einer der Ingenieure, die den Motor für dieses Fahrzeug und für Zakspeed entwickelten und bauten. Der Grund für das Versagen beim ersten offiziellen Start war ganz einfach. Man hatte bei Zakspeed einfach zu wenig Vertrauen auf unsere neue Technik und beschloss das Rennen mit dem bewährten Testmotor zu bestreiten statt einfach ein neues Aggregat einzubauen. Der Testmotor war aber eben das – ein Testmotor. Er hatte bereits alle Tests auf der Motorbremse und alle Testfahrten hinter sich. Eine Laufdauer vergleichbar mit circa zehn Rennen. Das der Motor dann beim Rennen nur noch 5 Runden durchhielt war nicht wirklich überraschend. Der Hans mit seinem Hütchen war natürlich enttäuscht wusste aber andererseits genau was der Motor konnte. Der Motor den wir für Zakspeed bauten war so stark, dass er z. B. bei den ersten Testfahrten mit seinem übergroßen Drehmoment die beiden Antriebswellen glatt abdrehte, da diese einfach einer derartigen Kraft nicht wiederstehen konnten. Es mussten erst spezielle neue Antriebswellen gefertigt werden. Es gäbe noch viel über diesen Motor zu erzählen, der anschließend unschlagbar in seiner Klasse war.

  3. MAB sagt:

    Super Insider-Kommentar. Vielen Dank dafür! Das waren noch Zeiten…

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