Felipe Massa: Teilweise Entwarnung

Veröffentlicht: 26 Juli 2009 in Uncategorized
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Eine Meldung der ansonsten seriös informierenden Agentur Associated Press hatte am Samstagabend Zweifel an den Ausführungen von Offiziellen aufkommen lassen, wonach Felipe Massa nach seinem dramatischen Unfall in seiner letzten Runde der zweiten Stufe des Zeittrainings zum Grand RPix von Ungarn ausser Lebensgefahr sei. Mittlerweile weisen die Informationen auf Ungarn auf die tatsächlichen Ereignisse hin. Mit Skepsis war vor allem das Statement von Ferrari aufgenommen worden, die die Darstellung der Chirurgen als „Quatsch“ abtaten.


Tatsache ist, Felipe Massa wurde in Schock-Zustand aus dem Cockpit geborgen und musste ruhig gestellt werden, der Kreislauf musste stablisiert werden. In der Streckenklink war der Brasilianer zwar ruhiger und bei Bewusstsein, erkannte ihm bekannte Gesichter, war jedoch sichtlich verwirrt.

Die Tatsache, dass Massa bei Bewusstsein war und sprach, war jedoch keineswegs Garant für eine eher harmlose Verletzung. Der Schädel war über dem linken Auge eingebochen, die tiefe Fleischwunde war dabei die geringere Sorge. Der Ferrari-Pilot war in stabiler Situation, als er per Hubschrauber ins AEK-Militär-Hospital überführt wurde. Doch als er dort eintraf stellten sich Spasmen und ein Unwohlsein ein, das plötzlich den Zustand verschlechterte.

Noch in der Strecken-Klink hatte Felipe Massa über das Handy seines Bruder mit seiner Frau telefoniert und darum gebeten, dass sein persönlicher Arzt, Dino Altmann, und seine Familie nach Budapest kommen möge. Doch mit einem sich nun verschlechternden Zustand entschieden die leitenden Ärzte, der medizinische Leiter Peter Baszo und Chef-Chirurg Lajos Zsiros, zur sofortigen Notoperation zu schreiten.

Die Operation verlief problemlos, frei von jeglichen Komplikationen. Danach gingen die beiden Ärzte vor die wartende Presse und erklärten, Felipe Massa sei in lebensbedrohendem Zustand eingeliefert worden, was die Not-OP rechtfertigte, dei OP sei gut verlaufen, der Zustand sei ernst, aber stabil, und dass er über Nacht in einem künstlichen Koma gehalten werde. Die von der sonst seriös agierenden Agentur Associated Press Samstagnacht verbreitete Meldung hob vor allem jenen Teil hervor, indem die Rede von lebensbredrohenden Zustand war.

Dennoch, als ernst gilt der Zustand deshalb, weil bei Kopfverletzung stets Komplikationen auftreten können. Der Hirn-Scanner verriet heute morgen weitestgehende normale Hirn-Funktionen, doch man hält Massa, um das Hirn zu schonen, weiterhin im künstlichen Koma. Seine Verletzung wird auf Stufe 14 kategorisiert. Stufe 1 und 2 sind tödliche Kopf-Verletzungen, 15 bedeutet eine 100% sicher Erholung. Es sieht also besser aus, als gestern Abend kolportiert, aber dennoch bleiben reichlich Fragezeichen, nur die Zeit wird die Antworten geben.

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Kommentare
  1. drborstel sagt:

    Diese Art Not-OPs erinnern mich immer an Ronnie Peterson, der 1978 nach schwerem Unfall in Monza in „stabilem“ Zustand ins Hospital eingeliefert wurde und von den Ärzten praktisch zu Tode operiert wurde. Na ja, heute haben wir einen etwas anderen Status Quo, von daher gehe ich mal davon aus, dass Felipe sich wieder hundertprozentig erholen wird. Hoffentlich geht die Genesung schnell vonstatten.

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