Stellungnahme zum Tode von Henry Surtees

Veröffentlicht: 20 Juli 2009 in Uncategorized
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Final flag for Henry Surtees

Erst am späten Montag-Nachmittag erfolgte die angekündigtge Stellungnahme von Jonathan Palmer, dem Vorstand der Organisation hinter der Ausrichtung der FIA Formel 2 Meisterschaft, dem britischen Streckenbetreiber MotorSport Vision.


Ich bin absolut am Boden zerstört, dass der 18-jährige Henry Surtees sein Leben bei einem Unfall im Formel 2 Rennen in Brands Hatch gestern verloren hat. Das ist die traurigste Zeit in meinen 35 Jahren im Motorsport und mein tiefstes Beileid gilt Vater John, Mutter Jane und ihren Töchtern Edwina und Leonora und allen anderen Familienmitgliedern und Freunden.

Henry fuhr zwischen Westfield und Sheene in Runde 9 etwa 190 km/h, als er von einem herumfliegenden Rad und Reifen von einem Unfall in der Westfield Kurve einige Sekunden früher am Kopf getroffen wurde. Es ist klar, dass Henry sofort bewusstlos war, und sein Auto dann weiter geradeaus in der Sheene Kurve in die Reifenstapel fuhr. Meinem Verständnis nach waren die Verletzungen sofort tödlich, der Unfall in Sheene hatte keine Auswirkungen auf den Ausgang des Unfalls.

Das Rennen wurde sofort abgebrochen und das medizinische Team war sehr schnell vor Ort. Henry wurde aus dem Auto geborgen, stabilisiert und in das Streckenhospital gebracht, wo er auf den Flug in das regionale Trauma-Zentrum im Royal London Hospital vorbereitet wurde. Bei den Untersuchungen und Auswertungen in der Intensivstation wurde festgestellt, dass Henry Kopfverletzungen erlitten hatte, die er nicht überleben konnte.

Henry war dieses Jahr für die erste Saison dieser neuen Meisterschaft in die Formel 2 gekommen und hatte sofort mit seinem Speed, seiner Konzentration und Reife beeindruckt, die sein junges Alter von 18 Jahren nicht vermuten liessen. Er hatte bei seinem erst zweiten Rennen in Brünn in der Tschechischen Republik eine unglaubliche Pole Position geholt und war mit seinem grossartigen dritten Platz in Brands Hatch am Tag bevor er starb der erste britische Fahrer mit einer Podiumsplatzierung. Henry hat in nur vier Veranstaltungen einen starken Eindruck hinterlassen und sah aus wie ein künftiger Sieger in der F2 und vielleicht sogar in der Formel 1.

Henry war nicht nur immens talentiert, er war auch ein sehr beliebtes Mitglied der Formel 2 Teams, der viele Freunde sowohl bei den anderen Fahrern als auch bei den Teammitgliedern hatte und hat sich allerseits grossen Respekt verdient.

John Surtees spielte eine wichtige Rolle beim Erfolg seines Sohnes. Er hat alles, was vor sich ging, sorgfältig beobachtet und hat Henry mit seiner immensen Erfahrung akribisch geholfen und bei allen wichtigen Setup- und Strategie-Fragen mit geholfen. Es war eine Freude zu sehen, dass Vater und Sohn so effektiv zusammen arbeiten und es war offensichtlich, dass der Erfolg in der Formel 2 eine zentrale Rolle in Henrys und Johns Leben spielte und sie das sehr genossen.

Es wird natürlich eine eingehende Untersuchung des Unfalls geben, der Henry das Leben gekostet hat und wir werden alles tun, um heraus zu finden, was genau passiert ist und warum, und sehen, was wir aus diesem Unfall lernen können, um den Motorsport weiter sicherer zu machen. Es ist vielleicht eine Ironie des Schicksals, dass John Surtees viele Jahre auf den höchsten Ebenen des Motorsports, sowohl auf vier als auch zwei Rädern in einer Zeit unterwegs war, in der die Sicherheit nur wenig zählte, aber sein Sohn Henry sein Leben in einer Zeit verliert, in der die Sicherheit der Fahrer noch nie grösser war.

Die von Williams F1 gebauten Formel 2-Autos entsprechen komplett den FIA Formel 1 Sicherheitsregeln von 2005, einschliesslich der Rückhaltestränge an den Rädern, um das Risiko zu verringern, dass sich Räder bei einem Unfall lösen. Die F2 Auto haben auch die neuesten Standards aus der Formel 1, wie den Kopfschutz der Fahrer mit hohen Cockpit Seiten und seitlich verformbaren Strukturen. Wie in der Formel 1 sind diese Radrückhaltestränge jedoch keine absolute Garantie, dass ein Rad sich bei einem Unfall nicht löst, und in einem Monocoque-Rennwagen ist die Vorderseite des Kopfes unweigerlich einem, wenn auch kleinen, Risiko ausgesetzt, von einem anderen Autoteil getroffen zu werden.

Dieses Unglück ist besonders schmerzlich für mich als Vater und führt einem die unvermeidlichen Gefahren, die der Motorsport mit sich bringt, deutlich vor Augen. Am Sonntag Morgen sassen mein 18-jähriger Sohn Jolyon und Henry noch zusammen, inmitten all der F2-Fahrer, hatten Spass und gaben Autogramme für die Fans. Am Nachmittag im F2 Rennen war Henry nur etwa eine halbe Sekunde hinter Jolyon und versuchte nach einem Dreher wieder nach vorne zu kommen. Als sie in Richtung Sheene fuhren, hüpfte das Rad knapp an Jolyon vorbei und traf Henry, der einfach zur falschen Zeit am falschen Ort war. Am Abend war ich mit John Surtees und Jane zusammen in derselben Intensivstation des Londoner Krankenhauses, in der Jolyon vor knapp zwei Jahren nach seinem schweren Unfall mit einem Quad Bike lag.

Diese furchtbare Tragödie hat viele Menschen nicht nur berührt, sondern zutiefst betroffen. Alle Mitglieder unseres Formel 2 Teams und die bei Williams F1 involvierten Personen sind sehr traurig, schockiert und wie betäubt von dem, was geschehen ist, und für Henrys engagierten F2 Mechaniker Don Old ist es eine besonders schwierige Zeit. Wenn solche Unfälle passieren zählt jeder auf die Professionalität aller Beteiligten, und ich bin stolz auf die Art und Weise, wie das medizinische Team in Brands Hatch alles was möglich war, getan hat, um Henry’s Leben zu retten.

Wir alle wissen, das Leben kann grausam sein und wir lesen jeden Tag von jungen Opfer von Tragödien, sei es durch einen Unfall, Krieg oder Krankheit. Aber nichts kann einen auf den Verlust des eigenen Kindes vorbereiten und natürlich sind John und Jane völlig verzweifelt. Es tut uns allen furchtbar leid. In dieser schwierigen Zeit im Leben der Surtees werden wir natürlich tun, was wir können, um zu helfen wenn John und Jane versuchen, den Verlust von Henry zu bewältigen, jemand, der so besonders war und jemand, der in seinem kurzen Leben schon so viel erreicht hat.

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