Donnerstag,

Veröffentlicht: 30 April 2009 in Uncategorized

30/4/1994, Roland Ratzenberger sitrbt.

Ich traf Roland Ratzenberger erstmals 1982, ich fuhr da mein erstes Formel Ford 2000-Rennen und er schraubte an den Autos wohlhabender Hobby-Rennfahrer herum, um sich die eigenen ersten Rennen in der österreichischen Formel Ford 1600 zu finanzieren. Gerade weil er so hart arbeitete, um seinen Traum wahr werden zu lassen, habe ich mich sehr für ihn gefreut, als er das damals noch hart umkämpfte Formel Ford-Festival im englischen Brands Hatch 1986 gewann und daraufhin einen Werksvertrag mit BMW angeboten bekam. Doch eine Saison in der englischen Formel 3-Meisterschaft zu finanzieren gelang ihm nicht und so nahm er ein Angebot in Japan, wo er als Profi in der Formel Nippon und der dortigen top Sportwagen-Meisterschaft antrat. Mit Barbara Behlau, einer in Monaco ansässigen, wohlhabende Künstleragentin als Mäzenin, kam er seine Traum ein ganzes Stück näher: Der Einstieg in die Formel 1 mit dem Simtek-Team Anfangs 1994, inder Hoffnung, dass wweiter Sponsoren im Laufe der Saison gefunden werden könnten. Unser letztes, längeres Gespräch hatten Roland und ich in Interlagos, wo ich auf die unschuldige Frage, wie er DEN Deal zustande gebracht habe, eine schier unglaublich lustige Geschichte zu hören bekam, wie das alles kam. In Brasilien gelang es ihm in dem soeben fertig gestellten Chassis ohne vorheriges Rollout nicht sich fürs Rennen zu qualifizieren, also debütierte er zum Pazifik-Grand Prix in Aida. Wir sahen ins am Samstagmorgen im Fahrerlager von Imola das letzte Mal. Roland war cool, vielleicht ein bisschen ernster als sonst. Ein paar Stunde später war ich einer in der Menge, als Roland hinterm der Streckenklinik auf einer Bahre in den Rettungshubschrauber gehoben wurde. Während wir da standen und hofften, dass alles gut enden würde, wäre es wohl keinem von uns in den Sinn gekommen, dass wir gerade die Staffage in einer grotesken Inszenation bildeten. Denn Roland weilte sschon seit dem Aufprall an der Mauer in der Villeneuve-Kurve nicht mehr uns.

Geboren: 4. Juli 1962 in Salzburg, Österreich;
Verstorben: 30. April 1994 am Autodromo Enzo e Dino Ferrari in Imola, Italien, 31-jährig.

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