Freitag,

Veröffentlicht: 24 April 2009 in Uncategorized

24. April – Heute ist der Todestag von Rolf Stommelen und in Sachen Formel 1 wird dem Siegener bedauerlicherweise meist in Verbindung mit dem gescheiterten Eifelland-Projekt gedacht. Oben abgebildet ist die original D1-Version des schrillen Designers Luigi Colani. Doch die Karrosserie-Anbauteilen mussten nach und nach weichen, bis nur noch die Cockpit-Verkleidung mit der Ansaugöffnung vorn und dem mittig angebrachten Rückspiegel übrig blieb, denn das Auto war nicht nur schwer, es überhitzte auch ständig. Trotz Temperaturen beim Rollout nahe dem Gefrierpunkt… Übrigens: Wer war der nächste deutsche Teamchef, der meinte die Gesetze der Aerodynamik in der F1 mit seinem Projekt auf den Kopf stellen zu können?

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24/4/1954, Guy Mairesse stirbt

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Guy Mairesse war der Besitzer eines Transport-Unternehmens, der nebenbei Sportwagen-Rennen fuhr und, nach dem 2. Weltkrieg auch mit Formel 1 Lago-Talbots an den Start ging. Seine grössten Erfolge blieben zweifellos die jeweils 2. Plätze bei den 24 Stunden von Le Mans 1950 und 1951, jeweils mit Pierre Meyrat. Guy Mairesse starb bei der Coupes de Paris 1954, als er in eine Betonmauer krachte. Auch ein Kind unter den Zuschauern kam dabei ums Leben.

Geboren: 10. August 1910 in La Capelle, Frankreich;
Verstorben: 24. April 1954 in Montlhéry bei Paris, Frankreich, 44-jährig

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24/4/1941, Silvio Moser wird geboren in Zürich, Schweiz

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Silvio Moser debütierte, nach einigen Erfolgen in Nachwuchs-Kategorien 1967 beim Grand Prix England mit einem nicht eben konkurrenzfähigen Cooper-ATS in der Formel 1. im darauffolgenden Jahr kaufte er einen Werkswagen von Brabham ab und wurde damit Fünfter beim GP von Holland und 1969 Sechster beim GP der USA. Für 1970 bereitete er, mit dem Auftrag Guglielmo Bellasi, einen eigenen F1-Rennwagen zu bauen, einen gewagten Coup vor. Doch das Auto wurde erst zum GP von Holland fertig. Und dort misslang Silvio die Qualifikation. Das Spiel weiderholte sich bei den GPs von Frankreich und Deutschland, eerst beim GP von Österreich gelang der Sprung in die Startaufstellung. Doch das Auto war schlicht nicht konkurrenzfähig. Erst beim GP von Italien 1971 erschien der Bellasi wieder, überzeugte aber erneut nicht. Der Schwanengesang des Projekts fand am Ende des Jahres bei einem nicht zur WM zählenden Grande Premio de Argentina statt. Der Schweizer beschränkte sich fortan auf Sportwagen und erlitt 1974 beim 1000km-Rennen von Monza einen schweren Unfall auf einem Lola T292. Mit schweren Kopf- und inneren Verletzungen eingeliefert, verblieb Silvio Moser ein Monat im Koma, bevor er an den Folgen des Unfalls verstarb, ohne jemals wieder das Bewusstsein zu erlangen.

Geboren: 24. April 1941 in Zürich, Schweiz;
Verstorben: 26. Mai 1974 in Mailand, Italien, 33-jährig.

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24/4/2001, Josef Peters stribt

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Josef Peters nahm mit einem Veritas RS, ausgestattet mit einer Stromlinien-Karroserie, an Formel 2 und Sportwagen-Rennen teil. Da ihm mit diesem Auto 1952 die Teilnahme am Grossen Preis von Deutschland erlaubt wurde, gab Peters natürlich begeistert sein Debüt bei einem WM-Lauf. Doch im Rennen währte die Freude nur kurz, er fiel schon bald mit technischem Defekt aus. Es sollte sein einziger Auftritt in der WM bleiben. Josef Peters verstarb 2001 im Alter von 86 Jahren in seiner Heimatstadt Düsseldorf.

Geboren: 16. September 1914 in Düsseldorf, Deutschland;
Verstorben: 24. April 2001 in Düsseldorf, Deutschland, 86-jährig.

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24/4/1983, Rolf Stommelen stribt

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Rolf-Johann Stommelen debütiert in der WM auf einem Roy Winkelmann-Lotus 59B Formel 2 1969 beim Grossen Preis von Deutschland am Nürburgring und mauserte sich zum ersten regelmässig deutschen WM-Teilnehmer seit Wolfgang von Trips, als er 1970 zum Brabham Werksteam stiess. Mit einem beeindruckenden 3. Platz beim GP von Österreich empfahl sich der Brillenträger für grössere Taten. Doch der Wechsel 1971 zu Rob Walkers Surtees-Rennstall war ein Rückschritt, nur 3 WM-Punkte sprangen währende des gesamten Jahres heraus. 1972 dann eine für die Karriere fatale Entscheidung, nämlich dem neuen F1-Team von Mäzen Günther Hennerici beizutreten. Mit einem March 721, dessen Karosserie von Designer Luigi Colani umgestylt worden war, bestritt Stommelen 8 Grands Prix ohne nennenswerte Resultate. 1973 kehrte er zu Brabham zurück, spielte aber eine Aussenseiter-Rolle, und war für 1974 zunächst arbeitslos. Bis sich Guy Edwards verletzte und er für den Briten ab dem GP von Österreich in den Lola des Embassy Hill-Teams klettern durfte. Graham Hill war angetan und beschäftigte den Deutschen 1975 weiter und mit dem Debüt des nagelneuen Hill GH1 beim GP Spanien, herrschte viel Zuversicht. Doch auf dem gefährlichen Strasenkurs von Montjuich brach Stommelen, in Führung liegend, der Heckflügel ab. Da Auto spielte Ping-Pong zwischen den Leitschienen und überschlug sich schliesslich über die Planken hinweg. Fünf Menschen wurden dabei getötet, Stommelen überlebte schwer verletzt. Dennoch kämpfte scih der Wahl-Kölner bis Jahresende ins Cockpit zurück. Doch man traute ihm nichts mehr zu. 1976 konnte er nur Einzelauftritte ergattern, zwei auf Braham und einen auf Hesketh. Die F1-Karriere scheinbar am Ende, polierte Rolf seinen Namen mit einem überlegenen Gewinn der Deutschen Rennsport Meisterschaft 1977 auf einem GELO-Gruppe 5 Porsche wieder auf. Und prompt ermöglicht ihm eine deutsche Brauerei ein Comeback in der Topliga. 1978 bestritt er die WM noch ein letztes Mal, nun mit Arrows, doch das gute Geld als Profi machte er in der Gruppe 5 und bei Sportwagen-Rennen. Er gewann die 24 Stunden von Daytona 1978, 1980 und 1982 und die 12 Stunden von Sebring 1982, u.a. Rolf Stommelen starb 1983 bei einem IMSA-Rennen in Riverside.

Geboren: 11. Juli 1943 in Siegen, Deutschland;
Verstorben: 24. April 1983 auf der Riverside Rennstrecke, USA, 40-jährig.

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24/4/1934, Mike Taylor wird geboren in Westminster, England

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Michael John Clifford Taylor war Amateur-Rennfahrer, der nichtsdestotrotz ein rasenden Aufstieg von der Teilnahme bei nationalen Veranstaltungen über einen Start bei den 24 Stunden von Le Mans als „Co“ von Innes Ireland im Lotus Werks-Team bis hin zum Debüt in der Formel 1 beim Grand Prix von England 1959 auf einem Cooper T45. Für 1960 kaufte er einen Lotus 18 und setzte das Auto selbst ein. Nach dem nicht zur WM zählenden International Trophy-Rennen, meldete sich Taylor für den GP von Belgien an. Inmitten schwerer Unfälle von Lotus-Piloten an jenem Wochenende, ging auch an seine Auto im Training die Lenksäule in die Brüche. Der Brite zog sich beim unausweichlichen Crash mehrere Knochenbrüche zu. Er verklagte daraufhin Colin Chapman. Der Lotus-Boss zog einen aussergerichtlichen Vergleich vor, um weitere üble Schlagzeilen abzuwenden. Den nicht unbeträchtlichen Betrag investierte Taylor in ein Immobilien-Geschäft, das allerdings 1977 Pleite ging. Heute lebt er in London, wo er bis zur Rente eine Werkstatt betrieb.

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Kommentare
  1. super7racer sagt:

    Das müßte Willi Kauhsen gewesen sein, und zwar im Jahre 1979.

  2. Rudolf Hillebrecht sagt:

    Willi Kauhsen 1979. Der ursprüngliche Wagen war auch durchaus elegant, nur leider viel zu langsam. Nach radikalem Umbau sah der Kauhsen dann ziemlich gewöhnlich aus, war aber auch nicht viel schneller.

  3. Bernd sagt:

    Kleiner Irrtum, nicht wahr? Stommelen hat, wenn ich mich recht erinnere, am gleichen Tag wie ich Geburtstag. Das ist aber der 11. Juli. Deswegen mocht ich ihn immer.

  4. grandprixinsider sagt:

    Stimmt, denn so steht es ja auch ganz richtig in seiner Kurz-Bio. Die Zeile im Aufmacher ist nun korrekt, danke für den Hinweis 🙂

  5. Beat Schenker sagt:

    Nicht allzu gut recherchiert!
    Wie der Cooper ATS (Einsatzgesponsort), war es Charles Voegele der 1968 einen Brabham Repco BT20 mit Moser eingesetzt hatte. Der Brabham Ford BT24 von 1969 war im Besitz des „Silvio Moser Racing Team SA“, wie danach der Bellasi Ford, also nicht direkt von Silvio Moser. Dessen letzter Einsatz wahr im September 1971 in Monza, das Argentinienrennen fand im Januar 1971 statt. Wen schon dann gab es andere nicht zur WM zählende Rennen in Siracusa (I) 1967, oder den gewonnen Bergrennen 68, 69 und 70. Danach wahren es mehr F2 Rennen als Sportwagen.

  6. MAB sagt:

    Herzlichen Dank für das „Kompliment“. Hätten Sie es bessr gefunden den WEg von Silvio Moser stattdessen zu verschweigen? Für Haarspaltereien habe ich – bei einer 70-Stunden-Woche – nun einmal keine Zeit. Dennoch Dank für die zusätzliche Information.

  7. TheK sagt:

    Im Fließtext steht zu Stomelen der falsche Unfallort, Sears Point (oder „Sonoma“) ist eine andere Strecke, die vielen Rennserien als Nachfolger von Riverside diente. Die 1,8km lange Gerade mit direkt darauf folgender enger 180°-Kurve in Riverside hat so manchen schweren Unfall verursacht.

  8. MAB sagt:

    Stimmt! Mein Fehler, habe es bereits korrigiert. Danke für dem Hinweis!

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