Donnerstag,

Veröffentlicht: 2 April 2009 in Uncategorized

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2. April – Heute wird Sir Jack Brabham 83 Jahre alt und so nimmt die heutige Quiz-Frage natürlich Bezug auf den dreifachen Weltmeister. Was leiten wir also aus dieser Aufnahme ab?

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2/4/1963, Fabrizio Barbazza wird geboren in Monza, Italien

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Fabrizio Barbazza machte in der italienischen Nachwuchs-Formel-Szene mit Siegen von sich reden, ging dann tapfer in die USA und gewann dort 1986 auf Anhieb den Indy Lights-Titel. 1987 stieg er in die CART-Serie auf, wurde zum Rookie of the Year und liess durch einen 3. Platz bei 500 Meilen von Indianapolis aufhorchen. Ende 1988 kehrte er auf Einladung von Crypton Engineering nach Europarück um FFFFormel 3000 zu fahren und als ef Patrizio Cantu 1991 das AGS Formel 1-Team aufkaufte, war Barbazza erste Wahl. Doch dem Italiener gelang es kein einziges Mal sich zu qualifizieren. 1993 gelang es ihm Werkzeug-Hersteller Beta von seinen Fähigkeiten zu überzeugen und konnte sich so bei Minardi einkaufen. Zweimal fuhr in den ersten 4 Rennen in die Punkte und stellte so seinen guten Ruf wieder her, doch die Mittel reichten nicht, in der zweiten Saisonhälfte musste Fabrizio zuschauen. Mangels Offerten aus der F1, nahm der Lockenkopf dankend für 1994 ein Angebot aus der amerikanischen IMSA-Serie an. Doch ein schwerer Unfall gleich im Mai in Road Atlanta beendete seine Karriere. Er drehte sich mit seinem Ferrari 333SP und wurde voll vom Kanadier Jeremy Dale getroffen. Fabrizio erlitt schwere Kopf- und Brustverletzungen, sein Zustand war zunächst sehr ernst, er musste künstlich beatmet werden und blieb eine Weile im Koma. Als er sich schliesslich vom Unfall erholt hatte, war der aktive Rennsport kein Thema mehr. Er widmete sich der Aufgabe eine neue Formen passiver Sicherheits–Einrichtungen für Rennstrecken zu entwerfen und betreibt auch die Kart-Strecke in Monza.

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2/4/1926, Jack Brabham wird geboren in Hurstville, Australien

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Sir John Arthur Brabham wurde eher zufällig Rennfahrer, den ursprünglich strebt er eine Laufbahn als Ingenieur an und sein erstes Projekt war ein Rennwagen der Midget-Klasse. Als er sich selbst hinter das Lenkrad zu klemmte, dauerte nicht lange bis er seine ersten Rennen gewann. Mit einen importierten Cooper-Bristol war er anschliessend auf der Rundstrecke erfolgreich und so beschloss er sein Glück in England zu suchen. Dort arbeitete Jack für die Cooper Car Company und fuhr am Wochenende Formel 2-Rennen. Beim Grand Prix von Monaco erfolgte das WM-Debüt auf dem gewohnten F2-Auto, aber mit einem auf 2,2 Liter aufgebohrt Motor. Drei Runden vor Rennende lag er an 3. Position, doch sein Motor gab den Geist auf. Jack konnte aber den sechsten Platz retten indem er das Auto über die Ziellinie schob. 1959 gewann Jack sein erstes Formel 1-Rennen bei einer nicht zur WM zählenden Veranstaltung. Danach folgten Siege bei den GPs England und Monaco und schliesslich der Gewinn des ersten WM-Titels und 1960 verteidigte der Aussie seinen Titel erfolgreich.

1961 gründete er mit Kumpel Ron Tauranac die Motor Racing Developments Ltd. Jack startete zunächst mit einem Lotus in die Saison 1962 und im Juli, beim Grossen Preis von Deutschland, sass er erstmals in seinem eigenen Auto, dem Brabham BT3. Während MRD Brabham-Autos für alle möglichen Meisterschaften baute, dauerte es bis 1964, bis der Konstrukteur sein erstes F1–Rennen mit Dan Gurney beim GP von Frankreich in Rouen gewann. Jack musste bis April 1966 warten, bis er selbst ein Rennen in seinem eigenen Auto gewann, nun mit einem in Australien durch Repco aufgebauten Oldsmobile V8-Alu-Motor. Diese Kombination war so erfolgreich, dass Jack seinen dritten WM-Titel als Fahrer gewann und den ersten als Konstrukteur. 1967 gewann Brabham den zweiten Konstrukteurstitel und Dennis Hulme den des Fahrer-Weltmeisters. Nachdem er den grössten Teil der Saison um den Titel mitgekämpft hatte, kündigte Jack Ende 1970 im Alter von 44 Jahren seinen Rückzug an.

Nach 126 GP-Starts, bei denen er 14 siegreich war, 13 Mal auf der Pole stand und 10 schnellste Rennrunden gefahren war, zudem 5 Mal bei den 500 Meilen von Indianapolis startete, beendete Jack nicht nur seine Karriere als Fahrer, sondern verkaufte auch seine Anteile an der Firma an Tauranac und ging zurück nach Australien. Unter Bernie Ecclestone würde Brabham noch 2 weitere WM-Titel mit Nelson Piquet erringen, bevor das Team verkauft wurde und von der Bildfläche verschwand. Nachdem Jack Brabham bereits 1966 für seine Verdienste im Rennsport als «Officer of the Order of the British Empire» geehrt worden war, folgte dem Riterschlag 1979 der Adelstitel. Der Name Brabham blieb dem Rennsport aber erhalten, denn seine drei Söhne Geoff, Gary und David wurden ebenfalls erfolgreiche Rennfahrer. David gab 1990 sogar sein Debüt in der Formel 1.

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2/4/1940, Mike Gascoyne wird geboren in Norwich, England

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Michael Gascoyne ergriff die Chance für das McLaren Formel 1-Team arbeiten, statt nach seinem Abschluss an der Uni von Cambridge seine Doktorarbeit in Strömungsmechanik zu schreiben. Er begann Anfang 1989 unter Steve Nichols im Design-Team zu arbeiten und verbrachte die meiste Zeit im Windtunnel des britischen Physik-Forschungslabors in Teddington. Er wechselte zum kleineren, aber unbürokratischen Tyrrell-Team, wo er sich gleichzeitig mit Chassis-Dynamik, Computer- Simulationen und aerodynamischer Ausrichtung des revolutionären 019-Chassis befassen durfte. Sein Vorgesetzter, Dr. Harvey Postlethwaite, war so beeindruckt, dass er bei dessen Wechsel zu Sauber im Juni 1991 Gascoyne in die Schweiz lockte und später auch wieder zu Tyrrell zurück. Dort bekam er dann, unter Postlethwaites Leitung, erstmals den Posten als Chefdesigner. Als British American Racing Anfang 1998 Tyrrell aufkaufte, wechselte Gascoyne zu Jordan und stieg, als der Technik-Direktor Gary Anderson ging, zum Technik-Chef auf. Als solcher wurde er von Benetton-Renault Sport abgeworben um ein neues Ingenieur-Team aufzubauen, also jenen Mannschaft, die für die erfolgreiche Evolution der Renault-Chassis zwischen 2003 und 2006 verantwortlich war. Als das anglo-französische Team die Lorbeeren erntete, was Mike aber bereits zu Toyota gewechselt, wo er massgeblich für den Toyota TF105 verantwortlich war. Mit diesem Auto gelang Toyota der 4. Platz in der Konstrukteurs-WM. Doch Meinungsverschiedenheiten mit der Führung der Rennabteilung führten Anfang 2006 zur Kündigung, Mike wechselte zum kleinen Spyker-Team, aus dem dann Force India wurde, als Mitglied der Geschäftsleitung, Bereich Technik. Nach der Umstrukturierung von Force India, kümmert sich Gascoyne nun um sein seit mehreren Jahren existentes, eigenständiges Ingenieursbüro.

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2/4/1940, Mike Hailwood wird geboren in Great Milton, England

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Michael Stanley Bailey Hailwood bestritt, im Gegensatz zu John Surtees, Rennen über weite Strecken parallel auf zwei und auf vier Rädern. Als Motorradrennfahrer gewann «Mike the Bike» insgesamt 10 Weltmeistertitel auf Zweirädern, inklusive fünf aufeinander folgende Titel in der 500cc-Klasse, drei bei den 250cc’s und weitere zwei bei den 350cc’s. In der Formel 1 versuchte er sein Glück erstmals 1963 mit einem Lotus von Reg Parnell und tauchte zwischen 1964 und 1965 immer wieder bei einzelnen Rennen auf. Dann konzentrierte es sich auf die Motorräder und nahm nur hin und wieder an Langstreckenrennen teil, von denen er auch einige gewann. Erst ab 1969 nahm er seine Karriere auf vier Rädern wieder auf und nach drei Jahren in der Formel 5000 heuerte ihn John Surtees ab Ende 1971 für sein Formel 1-Team an. 1972 fuhr er für Surtees nebenbei noch in der Formel 2 und gewann die Europäische F2-Meisterschaft. In der Formel 1 überzeugte er mit einigen beeindruckenden Vorstellungen und kämpfte in Südafrika gegen Jackie Stewart sogar um die Führung bevor er mit einem Aufhängungsschaden liegen blieb. Beim GP von Italien errang er sein bestes F1-Resultat: 2. Platz in Monza. 1973 wurde ihm die George Medal und den Prix Rouge et Blanc Jo Siffert für besonderen Mut verliehen. Er hatte Clay Regazzoni beim Grand Prix von Südafrika aus dessen brennenden BRM gerettet. Der Rest des Jahres verlief jedoch frustrierend, trotz des Sieges beim 1000km-Rennen in Spa in einem Mirage Ford, den er sich mit Derek Bell teilte. Die Saison 1974 begann Mike auf einem dritten McLaren M23 in den Yardley-Farben und damit fuhr er einen weiteren Podestplatz und gute Resultate heraus – bis zu einem schweren Unfall am Nürburgring. Er brach sich dabei beide Knöchel und verletzte sich sein rechtes Knie schwer, der Unfall beendete seine Rennkarriere. 1978 trieb in die Sehnsucht nach Speed und Gefahr wieder in den Sattel, er schrieb sich für die Tourist Trophy auf der Isle of Man ein. Und holte sensationell seinen 13. Sieg beim Insel-Klassiker. Leider erlitt Mike am 21. März 1981 einen schweren Autounfall, bei dem seine Tochter Michelle ums Leben kam und der Ex-Weltmeister zwei Tage später seinen schweren Verletzungen erlag – nur Sohn David überlebte die Tragödie.

Geboren: 2. April 1940 in Great Milton, England;
Verstorben: 23. März 1981 nahe Birmingham, England, 40-jährig.

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2/4/1928, Gino Munaron wird geboren in Turin, Italien

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Gino Munaron
hatte in Grossvater und Vater, der Alfa Romeo-Händler im Piemont und der Reggio Emilia-Gegend war, die richtigen Vorbilder um selbst Anfang der 50er Jahre Rennsport zu betreiben. 1953 schon der erste grosse Erfolg mit einem Klassensieg bei der legendären Mille Miglia, 1955 Gesamtsieg bei den 12 Stunden von Hyères auf Ferrari und 1957 der Meistertitel in der italienischen Sportwagen-Meisterschaft. Seine Freundschaft mit Juan Manuel Fangio verschaffte Gino sein Formel 1-Debüt: Er erhielt einen Maserati 250F für den Grand Prix von Argentinien 1960 gestellt. Freilich war mit dem veralteten Gefährt nicht viel zu machen, aber bei seiner Rückkehr nach Italien winkte bereits Ex-Rennfahrer Eugenio Castellotti mit dem Angebot dessen mit einem selbst umgebauten Ferrari-Motor ausgestatteten Cooper T51 zu fahren. Gino fuhr damit die GPs England, Frankreich und Italien, doch das Auto war nicht konkurrenzfähig, Erfolge blieben aus. Gino kehrte zu Sportwagen zurück und nachdem er 1961 das Rennen am Circuito di Rodi auf einem Ferrari 250 Testa Rossa gewonnen hatte, reifte der Entschluss sich auf das Leben nach dem aktiven Rennsport einzustellen. Er war Mitgründer von BMW Italia, dem offiziellen Importeur der Bayern, bekam dann 1968 den Posten des Geschäftsführers der Italien-Niederlassung von Teile-Zulieferer TRW und ging nach einem weiteren Job bei Lenforder Italia in Rente. Gino Munaron lebt heute auf seinem Weingut Monferrato in Castlenuovo Belbo , steht aber noch immer mit Ferrari und Maserati bezüglich Klassik-Veranstaltungen in Verbindung und erscheint auch immer wieder bei solchen Events, trotz seines hohen Alters.

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Kommentare
  1. novion sagt:

    …nun, es handelt sich bei der Aufnahme wohl um einen Brabham BT59 aus der Saison 1990, am Steuer sitz der jünste Brabham-Sohn David …
    Was wir weiter aus der Aufnahme ableiten können bleib für mich im Dunkeln!!

  2. grandprixinsider sagt:

    Nichts, denn knapp daneben ist auch vorbei 😀

  3. Rudolf Hillebrecht sagt:

    Eher schon der Brabham BT49 aus dem Jahr 1981. Ich könnte mir vorstellen, dass zur Feier der gewonnenen WM Sir Jack persönlich ins Auto gestiegen ist.

  4. funformula sagt:

    Dem Helm nach zu urteilen ist der Fahrer Jack Brabhams ältester Sohn Geoff. Vielleicht war er als zweiter Fahrer für 1981 in der engeren Auswahl. Ein Brabham auf Brabham wäre für Ecclestone hinsichtlich potentieller Sponsoren evtl. interessant gewesen, denn 1980 und 1981 war der zweite Sitz bei Brabham zur Aufbesserung der Teamkasse für Fahrer mit entsprechender Mitgift vorbehalten.

  5. grandprixinsider sagt:

    Also: Wie die Pemex Aufkleber (Rebaques Sponsor) und die Startnummer 5 verraten, handelt es sich um Piquets Brabham BT49C, der hier bei Tests 1981 in Le Castellet ausgeführt wird von … Geoff Brabham. Es war folglich das erste Mal in etwas mehr als 10 Jahren, dass ein Brabham-Familienmitglied einen Brabham F1-Rennwagen bewegte, seit sich Sir Jack Ende 1970 zurück gezogen hatte.

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