Samstag,

Veröffentlicht: 28 März 2009 in Uncategorized

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28. März – Die Debütanten BrawnGP stellen ihre beiden Autos in die erste Startreihe beim Grand Prix von Australien 2009 mit Jenson Button auf der Pole Position. Welchen anderen Teams gelang dieses Kunststück beim jeweiligen Debüt in der Formel 1-WM?

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28/3/2008,Jean-Marie Balestre stirbt

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Jean-Marie Balestre war 13 Jahre lang der mächtigste Mann im Motorsport in seinem Amt als Präsident der FISA (Federation Internationale de Sport Automobile) von 1979 bis 1991. Er massgeblich involviert in das, was allgemein als der FISA-FOCA-Krieg zitiert wird, ein politischer Machtkampf über die Finanzen und generell die Kontrolle über die Formel 1-WM in den Jahren 1980 bis 1982. Balestre und sein Widersacher Bernie Ecclestone erreichten erst durch die Intervention von Enzo Ferrari eine Lösung des Konflikts. Balestre unterzeichnete am Sitz der FISA am Pariser Place de la Concorde eine Vereinbarung, die der FOCA die kommerziellen Rechte an der F1 übertrug, während die nun als übergeordneter Weltverband auftretende FIA die Kontrolle über sämtliches Regelwerk, in sportlicher wie in technischer Hinsicht, behalten würde. Balestre wurde 1986 zum Präsidenten der FIA gewählt und blieb auch bei der FISA im selben Amt. Die Einführung von spezifischen Crash-Tests für Formel 1-Rennwagen, was zu einer wesentlichen Verbesserung der passiven Sicherheit in der F1 führte, ging vom Franzosen aus. Er war es auch, der den Wechsel zurück zu Saugmotoren ab 1989 vorantrieb, ebenfalls unter der Prämisse für mehr Sicherheit zu sorgen. 1991 verlor er dann die Wahlen zum FISA-Präsidenten an Max Mosley. Mit der Verschmelzung von FISA und FIA entglitt ihm auch das FIA-Präsidium, auch das Amt übernahm Mosley 1993, worauf Monsieur le President sich auf den Posten des Präsidenten des französischen Verbandes FFSA begnügen mussten, den er bis 1996 ausübte. Jean-Marie Balestre verstarb Anfang 2008 im Alter von 87 jahren.

Geboren: 9. April 1921 in Saint-Rémy-de-Provence, Frankreich.
Verstorben: 28. März 2008 in Frankreich, 87-jährig.

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28/3/1952, Tony Brise wird geboren in Dartford, England.

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Anthony Brise gewann 1973 beide damals ausgetragenen englischen Formel 3- Meisterschaften, die John Player- und die Lombard North Central-Serie, und debütierte 1975 – nach einer Saison in der Formel Atlantic – beim Grand Prix von Spanien in der Formel 1 im Team von Frank Williams. Doch Graham Hill schnappte sich den jungen Briten für sein Embassy Hill-Team und nach nur 10 Grands Prix wurde Tony Ende 1975 allseits bereits als künftiger Weltmeister gefeiert. Er war an Bord des Privatflugzeugs von Graham Hill, als dieses am 29. November 1975 im dichten Nebel auf einen Golfplatz aufschlug und alle Insassen ums Leben kamen.

Geboren: 28. März 1952 in Dartford, England.
Verstorben: 29. November 1975 in Arkley, England, 23 Jahre alt.

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28/3/1929, Paul England wird gebornw in Melbourne, Australien

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Paul England fuhr in seiner Heimat Australien ein mit Holden-Motor ausgestattete Eigenbau-Replika eines Maserati A6GCH in der nationalen Auscar-Sportwagen-Meisterschaft und entschied sich, nach entsprechenden Erfolgen, sein Glück in Europa zu probieren. Als relativ unerfahrener Neuzugang wagte er sich 1957 prompt mit einem von Privat eingesetzten Formel 2-Cooper T41-Climax beim Grossen Preis von Deutschland auf die Nordschleife. Leider kam er bei seinem einzigen Auftritt bei einem WM-Lauf nicht ins Ziel und kehrte schliesslich in die Heimat zurück, wo er eine Firma für Motoren-Feintuning gründete. Heute geniesst John den Ruhestand daheim in Essendon und sein Sohn führt das Unternehmen weiter.

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28/3/1935, .Hubert Hahne wird geboren in Moers, Deutschland

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Hubert Hahne war Mitte der 60er Jahre ein Ass in der Tourenwagen-EM und machte 1966 von sich reden, als ihm als Erster gelang die 10-Minuten-Schallmauer auf der Nürburgring-Nordschleife zu durchbrechen. Auf einem Tourenwagen. Sein Debüt bei einem Formel 1-WM-Lauf erfolgte 1967 am Steuer eines von BMW eingesetzten Lola T100-Chassis, das mit dem 2-Liter-16 Ventiler, dem sogenannten Apfelbeck-Motor, inmitten der hubraumstärkeren Formel 1-Renner. Nach 7 Runden war das Gastspiel vorbei, die Radaufhängung hielt nicht durch. Im darauf folgenden Jahr setzte BMW dasselbe Triebwerk wieder ein, diesmal verbaut im neuen T102-Chassis mit verstärkter Aufhängung, mit dem Hubert Zehnter wurde. 1969 zog das Team die Nennung zurück, nachdem Gerhard Mitter im Training tödlich verunglückt war. Hubert kaufte dann in Eigenregie einen March 701und schrieb sich zum Grossen Preis von Deutschland in Hockenheim ein, scheiterte aber bereits an der Qualifikation. Erbost ging er rechtlich gegen March vor, pochte auf Rückerstattung, denn das Auto sei eine Fehlkonstruktion. Der Hersteller den Deutschen mit seinem Auto nach Silverstone ein, wo man Werksfahrer Ronnie Peterson in Huberts 701 auf Zeitenjagd schickte. Als der junge Schwede die mit dem Werksauto aufgestellte Zeiten egalisierte, verstummte der grantige Kunde geschockt, zog seine klage zurück und hängte seinen Helm an den Nagel. Freilich konnte er nicht ahnen, dass sich dieser blonde Heizer zu einem der Besten der Welt mausern würde. Seit einigen Jahren lebt er nun in Italien, ist aber noch immer Eigentümer des auf Lamborghinis spezialisierten Autohauses in Essen. Hubert Hahne ist noch immer oft und gern gesehener Gast bei historischen Festival und verdingt sich hie und da mit journalistischen Aufgaben.

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28/3/1911, Consalvo Sanesi wird geboren in Terranuova Bracciolini, Italien

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Consalvo Sanesi wurde nach dem 2. Weltkrieg Testfahrer bei Alfa Romeo und als solcher bewegte er natürlich auch die Rennwagen. 1946 wurde er dann bei einigen Rennen mit dem Werks-158er eingesetzt und erntete eine Reihe von Podestplätzen. Sein WM-Debüt erfolgte 1950 beim Grand Prix von Italien, endete jedoch schon nach 11 Runden mit Motorschaden. 1951 wurde Consalvo bei der BRDC International Trophy in Silverstone auf dem neuen Alfa 159 eingesetzt und sicherte sich bei diesem nicht zur WM zählenden Lauf gegen Fangio, Farina, Moss und weitere Top-Fahrer die Pole Position. Dafür durfte er beim Grand Prix der Schweiz in Bremgarten antreten und erfreute erneut mit einer guten Leistung. Der 4. Platz im Rennen sollte sein bestes Ergebnis bei einem WM-Lauf bleiben. Er empfahl sich damit für die nächsten 3 WM-Läufe, wurde aber schliesslich durch Felice Bonetto ersetzt. Er setzte dann seine Karriere bei Sport- und Tourenwagen-Rennen fort bis Mitte der 60er Jahre. 1964 erlebte der Italiener beim 12 Stunden-Rennen von Sebring einen Schrecken, als sein Alfa Romeo Giulia TZ sich bei einem Unfall in einen Feuerball verwandelt. Dem mutigen Einsatz von Jocko Maggiocommo, einem am Streckenranddd weilenden Teilnehmer, der selbstlos den Verunglückten aus den Flammen zog, verdankt Consalvo Sanesi sein Leben, das er noch bis 1998 geniessen konnte.

Geboren: 28. März 1911 in Terranuova Bracciolini, Italien;
Verstorben: 28. Juli 1998 in Mailand, Italien, 87-jährig.

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Kommentare
  1. Bernd sagt:

    Ein neues Team mit einem neuen Fahrzeug? Zu schwer für mich!

  2. Tom Schwede sagt:

    Neues Fahrzeug würde mit einfallen. 😉

    1970 standen beim GP in Südafrika zwei March 701 in der ersten Reihe. Die Pole hatte Jackie Stewart, Zweiter war Chris Amon. Wobei das im engeren Sinne kein Teamergebnis war. Denn Stewart ging eigentlich für Tyrell an den Start, Amon war Werksfahrer. Insofern waren das „eigentlich“ zwei neue Teams, die das gleiche Fahrzeug nutzen – auch wenn die Punkte, die Tyrell dann in den Rennen einfahren konnte, in der Konstrukteurswertung für March gewertet wurden.

    Gabs noch weitere Teams, die beim Debüt auf die Pole fahren konnten?

  3. funformula sagt:

    Fangen wir mal von ganz vorne an:
    Pole beim „Debut“ der Formel 1 1950 in Silverstone hatte Giuseppe Farina auf Alfa Romeo. Das war dann logischerweise auch das Debut von Alfa Romeo in der Formel 1.
    Dann natürlich Mercedes-Benz bei deren Debut beim GP Frankreich 1954 mit Fangio.
    Im selben Jahr erzielte Lancia auf Anhieb die Pole beim GP Spanien mit Alberto Ascari.
    Lola´s einzige F1-Pole der Marke gelang gleich beim ersten GP 1962 in Zandvoort mit John Surtees.
    Dann, wie Tom Schwede oben schon erwähnte, Stewart 1970 mit March in Südafrika.
    Und für ganz penible: Walt Faulkner´s Indianapolis Pole 1950 mit seinem Kurtis Kraft. Bis 1960 zählte dieses Rennen nämlich auch zur Formel 1 WM.

  4. grandprixinsider sagt:

    Tom und Harald haben es schon aufgedröselt: Alfa Romeo 1950 in Silverstone und Mercedes 1954 in Frankreich. Alles andere waren, nach TEAMS gesehen, einzelne Poles .

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