Dienstag,

Veröffentlicht: 3 März 2009 in Uncategorized

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3. März – Bin heute zu beschäftigt, so eine Geburtstags-Torte mit 49 Kerzen hat schon so seine Grösse. Ein zeitraubende Sache. Daher müsst ihr heute mal selber klar kommen und beschreiben, wer da im Bild oben was, wann und warum fährt, OK?

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3/3/1978, Gary Anderson wird geboren in Coleraine, Irland

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Gary Andersonbegann seine Karriere bei Brabham, wo er Anfangs half Formel 3 Autos zusammmenzubauen und schon bald ins Formel 1-Team befördert wurde. In seiner Freizeit baute er mit seinem Kollegen Bob Simpson den Anson SA1 Formel 3-Wagen, den er selbst bewegte. Bei Brabham arbeitete er sich zum Chefmechaniker hoch, wechselte dann zu McLaren und dann zu Mo Nunns familiäreren Ensign-Team. Danach entschied sich Anderson auf seine Anson F3- und SuperVau-Renner zu konzentrieren. Doch ist ein hart umkämpfter Markt unter den Herstellern in den Nachwuchs-Formeln und so fiel es Gary nicht schwer ein Angebot des Galles IndyCar-Teams anzunehmen, zumal als Chef-Ingenieur. 1988 dann die nächste Stufe: Als technischer Leiter von Bromley Motorsport war er der Mann hinter dem Meistertitel von Roberto Moreno und Reynard in der international Formel 3000. Daraufhin wurde er von Reynard angeheuert die F3000-Chassis der Jahrgänge 1989 und 1990 zu kreieren. Dann kam der Durchbruch: Eddie Jordan beauftragte ihn mit der Konstruktion des Jordan-Ford 191, auf Anhieb ein gelungener Wurf, und von 1992 an war Anderson dann der Technik-Direktor von Jordan bis zu deren ersten GP-Sieg durch Damon Hill in 1997 in Spa. Ende 1998 wechselte er zum neuen Stewart Grand Prix-Team und legte abschliessend Hand an den Stewart-Ford SF3 an, der später beim GP von Europa 1999 mit Johnny Herbert siegreich sein würde. Als aus Stewart Anfang 2000 dann Jaguar Racing wurde, bleib Anderson an Bord, wurde aber durch Steve Nichols ersetzt. Es folgte ein Jahr in den USA , wo er für Reynard in der CART-Serie tätig war. Für sein einstiges Team Jordan kehrte er in die F1 zurück, arbeitete mit Technik-Chef Henri Durand 2002 und 2003 zusammen. Danach ging Gary in so etwas wie Frührente, auch wenn er als Berater für Dallara arbeitet und beim irischen Fernsehen als Fachkommentator sein Wissen mit einbringt.

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3/3/1978, Nicolas Kiesa wird geboren in Kopenhagen, Denmark

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Nicolas Kiesa erschien in der Formel 1 nach seinem Aufstieg durch die Nachwuchs-Kategorien in England und Deutschland, sowie einer Saison in der Formel 3000, bei der er 2002 das Rahmenrennen zum GP von Monaco gewann. Kiesa debütierte Mitte 2003 bei Minardi als Ersatzmann des zu Jaguar gewechselten Justin Wilson beim GP von England. Doch für 2004 fand sich kein Sponsor, ein weitere Versuch 2005 scheiterte kurz vor Saisonstart, weil Patrick Friesacher das erforderlich Budget auftreiben konnte, Kiesa hatte das Nachsehen. Später nahm er allerdings die Rolle des Testfahrers an, bevor er bei Jordan 3. Fahrer wurde. Nach einem Abstecher in die DTM und dem Kommentatoren-Job beim Dänischen Fernsehen, machte der Däne sich daran seinen eigenen Sportwagen zu bauen, Namens GAR, und sich auf seine in Copenhagen ansässige Firma zu konzentrieren, die japanische Autos importiert und tunt. Durch dieses Geschäft und seine Auftritte als Fahrer in der Drift-Szene und Drag Racing-Szene ist Nicolas Kiesa heute auch ein grosser Name bei den Drift Challenges, aber vom Rundstreckensport ein wenig abwesend.

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3/31992, Maria Grazia Lombardi stirbt

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Lella Lombardi fuhr in Italien Tourenwagen-Rennen, als sich durch Hilfestellung von Shell 1974 die Chance ergab, die englische Formel 5000 Meisterschaft zu bestreiten. In jenem Jahr versuchte sie sich beim GP von England zu qualifizieren, was mit dem alten Brabham misslang. Graf Vittorio Zanon erschien als Sponsor auf der Bildfläche, ermöglichte 1975 den Einstieg in die Formel 1 auf einem ex-Vittorio Brambilla March 741. Das Debüt beim Grand Prix von Südafrika bedeutete die erste GP-Teilnahme einer Frau seit Maria Teresa de Filippis, 17 Jahre zuvor. Bereits bei ihrem 2. Start, nun mit einem neuen March 751 ausgestattet, fuhr Lella in die Punkteränge. Später in der Saison wechselte Sie zu Williams. Die Saison 1976 begann die Italienerin erneut mit March, doch wurde sie schon sehr bald durch Ronnie Peterson ersetzt. Nach einem fruchtlosen Versuch am Steuer eines ältlichen Brabham war das Ende ihrer F1-Karriere erreicht. Dafür wurde Lella eine erfolgreiche Sport- und Tourenwagen-Pilotin und ging 1977 in Daytona, als erste Europäerin bei einem NASCAR-Rennen an den Start. In den späten 80ern, immer noch als Profi gut im Geschäft, wurde Lella Lombardi mit Krebs diagnostiziert und verstarb Anfang 1992 mit nur 48 Jahren.

Geboren: 26. März 1941 in Frugarolo, Italien;
Verstorben: 3. März 1992 in Mailand, Italien, 50 Jahre alt.

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3/3/1956, Ernst Loof stirbt

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Ernst Loof war in der Vorkriegszeit Ingenieur, erfolgreicher Motorrad-Rennfahrer und Rennleiter bei Auto Union und dann BMW. Nach dem 2. Weltkrieg begann er gemeinsam mit Schorsch Meier, Lorenz Dietrich und Werner Miethe Sportwagen mit mit stromlinienförmigen Karosserien und BMW 328-Technik zu bauen. Doch ging die Veritas GmbH in Konkurs, worauf sich Loof 1951 am Nürburgring niederliess, wo er den Sportwagen „Veritas Nürburgring“ und einige Exemplare des Formel-2-Wagens „Veritas Meteor“ baute. Mit einem „Meteor“ startete er selbst neben Hans Herrmann und Willi Heeks beim Großen Preis von Deutschland am 2. August 1953, fiel jedoch gleich zu Beginn des Rennens aus. Die Marke Veritas wurde 1953 von BMW aufgekauft und Loof in die Entwicklung von Sport- und Wettbewerbswagen eingebunden. 2 Jahre nachdem er für BMW an der Rallye Monte Carlo teilgenommen hatte, verstarb Ernst Loof nach längerer Krankheit am 3. März 1956 in Bonn.

Geboren: 4. Juli 1907 in Neindorf, Deutschland;
Verstorben: 3. März 1956 in Bonn, Deutschland, 48 Jahre alt.

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3/3/1960, Perry Edward McCarthy wird geboren in Stepney, England

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Perry McCarthy tauchte 1992 mit dem chaotischen Andrea Moda-Team, im Besitz des italienischen Playboys und Unternehmers Andrea Sassetti. In der Formel 1 auf. McCarthy, hatte sich den Weg in die F1 hart erkämpft, meist mit unzureichenden finanziellen Mitteln. Nun sass er in einem F1-Rennwagen, der kaum ein paar Runden im Quali durch hielt, geschweige denn, dass so an eine Teilnahme an einem Grand Prix zu denken war. Das Team kollabierte noch vor Saisonende und McCarthy stand ohne Cockpit da. Der Ost-Londoner durfte in der Folge für Williams und Benetton testen, doch die erhoffte Anstellung als Testfahrer ergab sich nie. Perry wandte sich dann der Sportwagen-Szene zu und veröffentlichte 2002 ein Buch mit dem Titel „Flat Out, Flat Broke“, was soviel heisst wie „Mit Vollgas in die Pleite.“ Es ist ein lesenswertes autobiografisches Werk, das die Hintergründe seiner von Widrigkeiten übersäten Karriere ausleuchtet.

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3/3/1947, Otto Stuppacher wird geboren in Wien, Österreich

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Otto Stuppacher wurde mit nicht mehr als einigen Berg- und Sportwagen-Rennen Erfahrung vom österreichischen Rennteam ÖASC Racing für den Großen Preis von Österreich 1976 eingeschrieben. Der Veranstalter lehnte die Nennung jedoch ab, da es an erforderlichen Erfolgen in anderen Kategorien mangelte. Beim GP von Italien in Monza hatte ÖASC Racing mehr Glück, Stuppacher durfte trainieren, war jedoch quälend langsam und blieb fast 8 Sekunden über der Quali-Zeit des Vorletzten! Der Österreicher reiste ab und versaute sich so doch noch eine Teilnahme an einem Formel 1-Rennen, denn drei Fahrern wurden die Zeiten aberkannt und so hätte er seinen privaten Tyrrell in Monza doch noch zum Start aufstellen dürfen. An Hartnäckigkeit mangelte es weder dem ÖASC, noch Stuppacher, tapfer schrieb man sich für die Übersee-Läufe in Kanada und USA ein. Mehr denn je entpuppte sich der Wiener als fahrende Schikane für die GP-Piloten, in Watkins Glen verlor er über 27 Sekunden auf den Pole-Mann. In einer Runde! Damit endete das F1-Abenteuer des Otto Stuppacher, der sich hernach vom Motorsport zurückzog und ihm August 2001 in Wien verstarb.

Geboren: 3. März 1947 in Wien, Österreich;
Verstorben: 13. August 2001 in Wien, Österreich , 54 Jahre alt.

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Kommentare
  1. funformula sagt:

    Alles Gute zum Geburtstag Mario !!!!!

    Auf dem Bild ist Perry McCarthy zu sehen, wie er den Footwork-Ford 1991 in Silverstone testet.
    Er war von Arrows eingeladen worden einen System-Check Test vor dem GP Frankreich zu fahren. Es war sein erster Test mit einem Formel 1, dem noch weitere mit Footwork folgten.
    Nachzulesen in McCarthy´s Buch „Flat out,flat broke“, das ich jedem Rennsportbegeisterten wärmstenes empfehlen kann.
    Ich habe mich bei der Lektüre fast kaputtgelacht.

  2. grandprixinsider sagt:

    Danke an Harald und alle Freunde und Bekannten, die mir auf diesem Wege, per Mail oder telefonisch gratulierten. Lieben Dank für die Wertschätzung, hat mich gefreut.

    Zum Bild: Jupp, so ists. Ich dachte es wäre ein bissl kniffliger, weil Perry nicht seinen gewohnten schwarz-roten Helm trägt. Der Buchtipp ist natürlich klasse, Harald.

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