Sonntag,

Veröffentlicht: 22 Februar 2009 in Uncategorized

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22. Februar – Heute ist Niki Laudas 60. Geburtstag und beim Durchsuchen der reichlichen Auswahl an Aufnahmen aus der Karriere des dreifachen Weltmeisters, stiess ich auf die obige Rarität: Lauda im Ligier! Das ist nicht nur ein erstaunlicher Schnappschuss, sondern auch Beleg dafür, wie kompliziert seine Position in der Scuderia Ferrari war, wo man ihm – so absurd es klingen mag – den 1976 knapp verlorenen WM-Titel anlastete. Es belegt auch des Österreichers Verhältnis mit Enzo Ferrari, das alles andere als harmonisch war. Das Bild stammt aus dem Sommer 1977, da führte Lauda die WM haushoch an, fühlte sich aber im Team dennoch nicht unterstützt und immer wieder Intrigen ausgesetzt. Also drohte er kurzerhand das Team zu verlassen und den WM-Titel – und die damit verbundene PR – eben mit einem anderen Rennstall nachhause zu fahren. Um diese Drohung zu unterstreichen, testete er für Ligier in Zandvoort. Als er davon in den Medien erfuhr, tobte Enzo. Ihm blieb jetzt nur noch Lauda zu feuern, oder eben klein bei zu geben, Nikis Bedingungen nach voller Unterstützung Folge zu leisten und so den WM-Titel für Ferrari und Fiat zu sichern. So geschah es auch, Lauda gewann 1977 seinen 2. WM-Titel, verliess Ferrari danach in Richtung Brabham, weil er die Politik und die Intrigen satt hatte. Ich muss sagen, ich kann Nikis Reaktion sehr gut nachempfinden.

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George Constantine 22/2/1918, George Constantine wird geboren in Southbridge, USA.

George Constantine war ein erfolgreicher Amateur-Rennfahrer in den USA, dessen vielleicht grösster Erfolg der Sieg beim Sportwagen-Grand Prix 1956 in Watkins Glen auf einem Jaguar D-Type war, aber auch eine Reihe von Rennen am Steuer einer Aston Martin gewann. 1959 nahm er auf einem von Mike Taylor eingesetzten Cooper-Climax T45 beim Grand Prix der USA in Sebring teil, fiel aber mit durchgebrannter Zylinderkopf-Dichtung aus. Die Wahl zum Fahrer des Jahres durch den Sportfahrer-Club USSC neben Walt Hansgen sorgte für weiteren Ruhm in der Szene. Es blieb aber beim einmaligen Formel 1-Einsatz, George blieb den Sportwagen-Rennen treu und feierte 1962 noch einmal einen grossen Erfolg mit einem Klassensieg bei den 24 Stunden von Daytona. George Constantine verstarb anfang 1968 nach langer Krankheit daheim in Sothbridge.

Geboren: 22. February 1918 in Southbridge, USA;
Verstorben: 7. Januar 1968 in Southbridge, USA, 49 Jahre alt.

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Jesus Iglesias 22/2/1922, Jesus Ricardo Iglesias wird geboren in Pergamino, Argentinien.

Iglesias war bereits eine Grösse in der argentinischen Rennsport-Szene, als er sich 1955 einen Gordini T16 für sein Formel 1-Debüt bei seinem Heim-Grand Prix in Buenos Aires organisierte. Bedauerlicherweise ist er ausserhalb Argentiniens eher wegen eines unerfreulichen Zwischenfalls 1958 in Erinnerung geblieben. Da riss er, am Steuer einer auf Jaguar-Technik aufgebauten argentinischen Konstruktion, den Führenden Stirling Moss bei einem Lauf zur Temporada Argentina in Buenos Aires aus dem Rennen.

Geboren: 22. Februar 1922 in Pergamino, Argentinien;
Verstorben: 11. Juli 2005 in Pergamino, Argentinien, 83 Jahre alt.

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Niki Lauda, 2007 22/2/1949, Andreas-Nikolaus Lauda wird geboren in Wien, Österreich.

Niki Lauda brillierte in den Nachwuchskategorien nicht eben gerade, traute sich aber dennoch eine Profi-Karriere zu. Also beschaffte er sich, dank der Reputation der Familie, einen Kredit um sich in das March-Werksteam für die Saison 1971 einzukaufen. Bei March behandelten ihn die Bosse, darunter der spätere FIA-Präsident Max Mosley, wie einen zweitklassigen Fahrer. Dennoch schaffte er binnen zwei Jahren den Sprung zum bezahlten Profi bei BRM und war 1974, nun als Ferrari-Werkspilot, ein Siegfahrer mit WM-Chancen.

Lauda wurde 1975 erstmals Weltmeister und führte 1976 die WM-Tabelle an, als der fürchterliche Feuerunfall auf der Nürburgring-Nordschleife ihn in eine Koma beförderte und ihm sogar die letzte Ölung verabreicht wurde. Doch Lauda kämpfte sich aus dem Spitalbett und zurück ins Cockpit und kämpfte bis zum Grand Prix von Japan um die erfolgreiche Titelverteidigung. Im sintflutartigen Regen von Fuji traf Niki die Entscheidung, das überhöhte Risiko nicht einzugehen, nur so konnte er den titel noch verlieren. 1977 holte er sich den Titel inmitten von Intrigen innerhalb der Scuderia Ferrari zurück und wechselte nach Saisonende zu Brabham Alfa Romeo. Doch anlässlich des GP von Kanada 1979 kommt überraschend die Rücktritts-Erklärung vom aktiven Sport.

Der begeisterte Flieger gründete die Fluggesellschaft LaudaAir, dürstete aber nach ein paar Jahren nach einem Comback, das er 1982 mit McLaren auch durchzog. Als sei er nie weg gewesen, kehrte Lauda auf die Siegerstrasse zurück Binnen zwei Jahren fightete der Haudegen wieder um einen WM-Titel und setzte sich gegen McLaren-Teamkollege Alain Prost mit gerade mal einem halben WM-Punkte Vorsprung durch. Die WM-Entscheidung 1984 war die knappste aller Zeiten. Lauda erklärte zum Ende der Saison 1985 seinen endgültigen Rücktritt und konzentrierte sich auf seine schnell wachsende Fluglinie. Als seine alter Freund Luca di Montezemolo 1992 die Kontrolle über Ferrari übernimmt, holt er Lauda als Berater an Bord.

Mit seiner Airline erlebte der Ex-Weltmeister allerdings bittere Momente. Neben politischer Intrigen in der Heimat, kam auf Lauda ein Absturz eines seiner Langstrecken-Jets zu, die Beweisführung, dass ein technischer Defekt den Crash auslöste führte er als ausgebildeter Linien-Pilot höchstpersönlich gegen Lieferant Boeing. Doch letztlich machte man ihm den Verbleib an der Spitze seiner Airline unmöglich. Im Februar 2001 wurde er von Ford-Vorstand Wolfgang Reitzle als Leiter der Premier Performance Division eingesetzt, zu deren Ableger Jaguar Racing und Cosworth gehörten. Jaguar Racing-Boss Bobby Rahal wurde schon bald ein Opfer des neuen Führungsstils und bis Mitte 2001 leitete Lauda das Jaguar F1-Team selbst. Doch bei Ford blieb kein Auge trocken, als Reitzle Anfang 2002 geht, steht Lauda intern unter Beschuss Lauda wird Ende 2002 gefeuert.

Lauda war im deutschen Fernsehen immer wieder als Formel 1-Expeerte gefragt und nach seinem Ausstieg bei Ford wurde er von RTL als permanenter Insider unter Vertrag genommen. So ganz nebenher wandte er sich auch wieder dem Airline-Business zu und gründete seiner Charter-Fluglinie Fly Niki.

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Tim Mayer 22/2/1938, Timothy Mayer wird geboren in Scranton, USA.

Tim Mayer und sein älterer Bruder Teddy gründeten gemeinsam mit dem ebenfalls vielversprechenden Peter Revson ein Junior-Team. Timmy wurde 1962 SCCA Formel Junior-Meister in den USA auf seinem Cooper und erhielt Ende des Jahres die Chance ein 3. Auto des Cooper-Werksteams beim Grand Prix der USA in Watkins Glen zu fahren. 1963 zogen die Mayer-Brüder nach Europa, wo Tim für Ken Tyrrell Racing an den Start ging. Ende des Jahres erhielt Tim ein Vertragsangebot von Bruce McLaren, er sollte 1964 neben dem Teamchef die Formel 1-WM bestreiten. Als Vorbereitung auf die WM bestritten die Beiden den Tasman Cup, eine damals neu eingeführte Serie mit Rennen in Australian und Neuseeland. Mayer wurde dreimal Zweiter, hinter Denny Hulme Zweiter beim Auftakt in Levin und dann hinter McLaren in Pukekohe und Teretonga. Ein Monat später, beim Training zum Finallauf in Longford auf Tasmanien, kam Timmy beim Anbremsen der Longford-Kurve bei hoher Geschwindigkeit von der Strecke ab und prallte in die Bäume am Streckenrand. Tim Mayer war sofort tot.

Geboren: 22. Februar 1938 in Dalton, USA;
Verstorben: 28. Februar 1964 auf der Longford Rennstrecke, Tasmanien, Australien.

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