Montag,

Veröffentlicht: 16 Februar 2009 in Uncategorized

Valentino Rossi, Ferrari test, Mugello 2008

16. Februar – Beim Motorrad-WM-Lauf 1997 in Donnington interviewte ich einen dürren, zappeligen Teenager, der Tags darauf Weltmeister in der 125er-Klasse wurde. Heute feiert besagter Zweirad-Virtuose 30. Geburtstag und ist unbestritten der beste Motorrad-Rennfahrer seiner Zeit: Valentino Rossi. Die Gerüchte um einen Umstieg in den Automobilsport, auf den Spuren von John Surtees, wollen nicht verstummen, gelegentliche Formel 1-Testfahrten heizen die Gerüchteküche immer wieder an. Heute aber bekommt der amtierende MotoGP-Weltmeister eine „3“ vor seine Alterszahl und damit, lieber Vale, tickt die biologische Uhr lauter denn je. Soll es klappen, mit der F1, dann mal ran.

*

Jean Behra 16/2/1921, Joseph Edouard Robert Christian Behra wird geboren in Nizza, Frankreich.

Jean Behra begann seine Karriere 1938 als Motorrad-Rennfahrer und wurde Ende 1950 von Amedee Gordini als Werksfahrer des Simca-Gordini-Teams engagiert. Nicht einmal 2 Jahre später, beim Grand Prix von Frankreich 1952 in Reims, wird Behra zum Nationalhelden, als er vor heimischem Publikum das Ferrari-Werksteam besiegt. 1955 wechselte der Südfranzose zu Maserati und gewann ausserhalb der WM die Rennen von Pau, Bordeaux und Bari, bei den WM-Läufen war gegen die übermächtigen Silberpfeile nichts auszurichten. Als Mercedes-Benz sich vom Rennsport zurückzog, kam Stirling Moss für 1956 zu Maserati und 1957 auch noch Juan Manuel Fangio. Behra geriet ins Hintertreffen, gewann nur den nicht zur WM zählenden GP von Marocco. 1958 wechselte Jean zu BRM, litt aber unter der mangelhaften Qualität der britischen Renner und war heilfroh für 1959 ein Angebot von Ferrari zu erhalten.

Der Job bei Ferrari war kein Zuckerschlecken. Teammanger Romolo Tavoni etwa warf Behra vor beim GP von Frankreich in Reims einen Ausfall provoziert zu haben, der Motorschaden sei von Behra herbeigeführt worden. Der, ohnehin schon schlecht gelaunt, langte dem Teammanager eine und damit war der temperamentvoll Jean auch gleich wieder seinen Job los. Weil Behra auch bei Porsche unter Vertrag war und für die Schwaben Sportwagen-Rennen bestritt, bekam er für den Grossen Preis von Deutschland auf der Avus einen Zufffenhausener Formel 2 gestellt. Beim Rahmenrennen war er zudem auf einem Porsche RSK Sportwagen gemeldet und wurde im verregneten Training ein Opfer der Steilkurve. Der Unfall schockte Augenzeugen: Der Porsche gerät ausser Kontrolle und überschlägt sich, Jean Behra wird aus dem Cockpit heraus und gegen einen Lichtmast geschleudert, ist sofort tot. Ermittlungen ergeben jedoch, dass bereits der erste Aufprall tödlich Folgen hatte.

Geboren: 16. Februar 1921 in Nizza, Frankreich;
Verstorben: 1. August 1959 auf der Avus in Berlin, 38 Jahre alt.

*

Tony Crook 16/2/1920, Anthony Crook wird geboren in Manchester, England.

Tony Crook war im 2. Weltkrieg Kampfflieger der englischen Luftwaffe und baute hernach in Friedenszeiten ein Netzwerk von Autohäusern auf, die vor allem diverse Sportwagen-Marken im Vertrieb hatten. Crook begeisterte sich auch fürs Rennfahren und begann auf nationaler Ebene Erfolge einzufahren. Das gipfelte 1952 in der Teilnahme am Grand Prix von England auf einem Frazer-Nash. 1953 legte er noch einen Auftritt beim Heimat-GP auf einem Cooper-Alta nach. Nach Ende seiner aktiven Zeit schloss er sich Sir George White als Teilhaber bei Bristol Cars an, bevor er sich 1973 im Alleingang der Herstellung dieser hochwertiger Sportwagen widmete. Nach einer Restrukturierung und dem Zugang neuer Partner im Jahre 1997, wurden zwei neue Modelle entwickelt, die 2003 der Öffentlichkeit vorgestellt wurden: Der Fighter und der Blenheim Speedster. Tony zog sich erst vor ein paar Jahren aus dem Tagesgeschäft seines Unternehmens zurück, ist aber unverändert quirlig und in der Industrie und im Motorsport unverändert kontaktfreudig.

*

Walt Faulkner 16/2/1920 Walt Faulkner wird geboren in Tell, USA.

Faulkner war vor allem auf Sandbahn- und NASCAR-Ovalrennen erfolgreich, schrieb aber auch Geschichte in der Formel 1-WM. 1950 eroberte er als Debütant in Indianapolis die Pole Position zum 500-Meilen-Rennen, was vor ihm noch keinem Neuling gelungen war. In den F1-Statistiken wird Faulkner, da das Indy 500 ab jenem Jahr zur WM zählte, nicht nur mit jener Pole geführt. 1955 wurde Walt Fünfter beim „500“, bekam dafür aber nur halbe Punktezahl gutgeschrieben, da er das Auto mit Bill Homeier geteilt hatte. Walt Faulkner starb bei einem Unfall auf seiner ersten Quali-Runde eines vom USAC veranstalteten Stock-Car-Rennens in Kalifornien.

Geboren: 16. Februar 1920 in Tell, USA;
Verstorben: 22. April 1956 in Vallejo, USA, 36 Jahre alt.

*

Valentino Rossi, 2008 16/2/1979, Valentino Rossi wird geboren in Urbino, Italien.

Valentino Rossi ist mit 8 WM-Titeln einer der erfolgreichsten Motorrad-Rennfahrer aller Zeiten und seit einigen Jahren rumort er um den quirligen Italiener, er werde von zwei auf vier Räder umsteigen. Nahrung erhielten diese Gerüchte 2006, als Testfahrten mit dem Ferrari-Formel 1-Rennstall stattfanden und die Medienwelt Kopf stand. Michael Schumacher lobt Rossi damals als grosses Talent und traute dem Italiener den Wechsel in die Königsklasse des Automobilsports durchaus zu. Ein weiterer Test für die Scuderia Ferrari 2008 in Mugello gab den Gerüchten neue Nahrung, dass Vale gerne John Surtees nacheifern möchte und sich ernsthaft mit dem Thema F1 auseinandersetzt.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s