Samstag,

Veröffentlicht: 14 Februar 2009 in Uncategorized

Peter Gethin, Francois Cevert & Ronnie Peterson, Monza 1971

14. Februar – Heute wäre Ronnie Petersons 65. Geburtstag und bei durchstöbern der diversen Momentaufnahmen, die es vom Schweden so gibt, bin ich auf diesen Schnappschuss vom Grand Prix von Italien 1971 gestossen. Da führt Ronnie mit seinem STP-March 711 noch bei der letzten Anfahrt der Bremszone vor der Parabolica, links im Bild bremst sich gerade Peter Gethin am zweitplatzierten Francois Cevert vorbei. Der Brite zwängt sich dann noch innen neben Ronnie und entreisst beim Spurt zur Ziellinie, dank der V12-Power seines BRM, diesem dann doch noch den ersten GP-Sieg um 1/100 einer Sekunde. Frage: Welchen Rekord bricht Ronnie 2 Jahre später in Monza?

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Michael Ammermülller, 2007 14/2/1986, Michael Ammermülller wird geboren in Pocking, Deutschland.

Michael stürmte nicht zuletzt dank unterstützung durch das Red Bull Junior-Programm erfolgreich durch die Nachwuchsklassen und schien auf dem besten Weg in die Formel 1, zumal er bei Red Bull Racing zum Freitagstester bei den Grands prix von China, Japan und Brasilien aufrückte, als Robert Doornbos da Christian Klien als Einsatzfahrer bei den 3 letzten GPs 2006 ersetzte. Bei Red Bull Racing zeigte man sich von der Grundschnelligkeit und dem technischne Verständnis des Brillenträgers und bestätigte ihn als Testfahrer für die Saison 2007. Nachdem Michael für das Team Germany von Willy Weber beim A1 Grand Prix Weltcup angetreten war, sollte es 2008 in der GP2 weitergehen, doch es gab Meinungsverschiedenheiten mit den Förderern, so dass Ammermüller aus dem Förderprogramm ausstieg und – nortgedrungen – eine Saison in der Formel Master absolvieren musste.

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Ronnie Peterson 1978 14/2/1944, Bengt Ronnie Peterson wird geboren in Orebro, Schweden.

Die echten Stars unter den Weltklasse-Rennfahrer haben ihren Status dank viel Talent, eiserner Disziplin und eiskalte Berechnung immer dann, wenn es darum geht den nächsten Karriereschritt zu überlegen. Ronnie Peterson konnte sich da nur auf sein – unbestrittenes – Talent verlassen, seiner sensationeller Quertreiber-Stil brachte ihm sehr viele Fans ein, seine unerschrockenen Manöver dagegen nicht nur Respekt bei den Konkurrenten. Er debütierte 1970 beim Grand Prix von Monaco in der Formel 1 mit dem noch jungen March-Werksteam und bereits in seiner 2. Saison wurde Ronnie hinter Jackie Stewart Vizeweltmeister, auch wenn es – noch – nicht zu einem Sieg gereicht hatte. Erst 1973, nachdem er zu Colin Chapmans Lotus-Team gewechselt hatte, gelang GP von Frankreich der erste F1-Sieg, weitere drei Siege würde in jener Saison noch folgen. Doch mit Lotus ging es allmählich bergab, der Schwede kehrte deshalb zu March zurück und gewann 1976 den GP von Italien in Monza. Es folgte ein erfolgloses Jahr mit dem Tyrrell P34 Sechsradler, bevor es ihn zurück zu Lotus zog. Ronnie gewann 2 GPs bei seinem Lotus-Comeback, musste aber die zweite Geige hinter Mario Andretti spielen. Für 1979 war ihm Gleichstellung mit seinem Teamkollegen versprochen worden, tragischerweise starb er aber in Folge der Verletzungen, die er sich bei einem üblen Startunfall beim GP von Italien und wurde posthum Vizemeister hinter Andretti.

Geboren: 14. Februar 1944 in Örebro, Schweden;
Verstorben: 11. September 1978 in Mailand, Italien, 34 Jahre alt.

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Ricardo Rodriguez 1962 1/11/1962, Ricardo Rodríguez de la Vega stirbt.

Ricardo Rodríguez, der rennfahrenden Rodriguez Brüder, war ein wilder und furchtloser Mexikaner, der wie Komet am Formel 1-Himmel aufgegangen war. Enzo Ferrari bot dem Youngster ein Auto für den Grand Prix von Italien an, dass Ricardo sensationell in die erste Startreihe stellte, gerade mal ein Zehntel langsamer im Quali als WM-Leader Wolfgang Graf Berghe von Trips. Im Rennen balgte er sich mit Phil Hill und Richie Ginther um die Führung, bis die Benzinpumpe den Geist aufgab. Auch so war Ricardo Rodriguez damals der jüngste F1-Debütant. Nach weiteren vielversprechenden Auftritten für Ferrari wurde der Twen bereits als künftiger Weltmeister gefeiert. Als die Scuderia entscheidet den damals nicht zur WM zählenden Grand Prix von Mexiko auszulassen, einigt er sich mit Rob Walker dessen Lotus 24 Climax V8 zu fahren. WM-Lauf oder nicht, Ricardo wollte unbedingt fürs erste Formel 1-Rennen in seiner Heimat auf der Pole Position stehen. Doch beim Versuch John Surtees Bestzeit zu unterbieten, bog sein Lotus mitten in der gefürchteten 180-Grad-Rechtskurve Peraltada nach links ab und schlug mit noch rund 140 km/h in die Begrenzung ein. Ricardo war sofort tot.

Geboren: 14. Februar 1942 in Mexiko Stadt, Mexiko;
Vestorben: 1. November 1962 in Mexiko Stadt, Mexiko, 20 Jahre alt.

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Piero Scotti 11/11/1909, Piero Scotti geboren in Florenz, Italien.

Der italienische Geschäftsmann Piero Scotti ging Anfang der 50er für Ferrari bei Sportwagen-Rennen an den Start. 1951 gewann er die Mille Miglia und gemeinsam mit Farina siegte er bei den 12 Stunden von Casablanca. Nach weiteren Erfolgen bei diversen weniger prominenten Veranstaltungen, versuchte er sich 1956 in der Formel 1. Er leaste einen Connaught und fuhr bei der International Trophy einen 7. Platz heraus, doch nach dem belgischen Grand Prix in Spa retournierte er das Auto ans Werk und gab die Rennfahrerei auf.

Geboren: 11. November 1909 in Florenz, Italien;
Verstorben: 14. Februar 1976 in Samedan, Schweiz.

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Kommentare
  1. Jo sagt:

    Beim Rätsel muss ich diesmal passen 1973 ein Rekord in Monza – im 2. Jahr der Chikane?
    Keine Ahnung!

    Allerdings wollte ich noch was zu 1978 sagen:
    Sicherlich war Ronnie 1978 No.2 – aber ob er schneller gewesen wäre als Andretti?!?
    Während Ronnie Anfang 1976 entnervt bei Lotus ausgestiegen war, hatte Mario den – Anfangs 1976 unfahrbaren – Lotus 77 bis Ende 1976 zum Siegerauto mitentwickelt – und wollte sich die Früchte dieser Arbeit natürlich nicht von jemand anderem abernten lassen.
    Ronnie hatte für 1978 bewusst als 2. Fahrer unterschrieben – da es seine einzige Chance auf ein Spitzenauto war und er sonst vor dem unrühmlichen Ende seiner Karriere gestanden hätte…
    Soweit ich mich erinnnere hatte er für 1979 schon bei McLaren unterschrieben.

    Noch was für Kleinkarrierte:
    den Titel Vizeweltmeister gibt es offiziell gar nicht – ist eine Erfindung der Medien um den ersten Verlierer etwas aufzuwerten…
    Außerdem ist das Wort auch sachlich falsch, da Vize für Stellvertreter steht.

  2. Jo sagt:

    Ach ja noch eine Ergänzung zu 1978:
    Wozu ein sinnloser Teamkrieg führen kann sah man 1982 bei Ferrari.
    Gesunde Konkurrenz OK – aber wo gibt es die im Sport heutzutage noch. In der Formel 1 ist diese Zeit seit Einführung des Sponsoring 1968 – und er damit gestiegenen Gehälter und Siegesprämien – vorbei.
    Vorher konnte man fast von F1 Familie sprechen.

  3. grandprixinsider sagt:

    Sehr gute Einwürfe, Jo. Auch der zum Vizeweltmeister. Noch schlimmer ist eigentlich nur „frischgebackener Vizemeister“, den gibt es dann doppelt gar nicht 😉 Aber „bester Loser“ klingt so grausam…

    Zur Situation bei Lotus: Als Peterson Ende 1977 unterschrieb, war der Lotus 78 zwar gut, besser als der Tyrrell, aber – noch – kein Überhammer. Erst der Lotus 79 war dominant. Da gibt es ausserdem noch die Story, dass durch Andretti eben auch Geld von Ford floss, was die Position des Amerikaners zusätzlich stärkte.

    Das mit McLaren habe ich auch so in Erinnerung, ändert ja nichts, dass ihm Chapman Gleichstellung versprach. Ich hatte kürzlich eine Gentleman aus England, der an der Kurz-Bio über Cliff Allison herumgenörgelt hat und viele Details vermisste. Wenn man da jedes Detail niederschreiben wollte, wirds schnell zu einer Last. Drum ists ja auch eine Kurz-Bio.

    Anyway, danke für die konstruktive Bemerkungen, Jo!

  4. Jo sagt:

    Lotus 78 – ganz heftiger Widerspruch!!!

    Der Lotus 78 war 1977 (ab Zolder) eindeutig das dominierende Auto (auch wenn es nicht auf jede Strecke passte).
    Andretti hat 3 mögliche Siege – durch Übereifer – selbst weggeworfen: Zolder, Zandvoort und Fuji.
    Aber genau so oft hat ihm der Lotus (experimental Cosworth) sichere Siege durch defekte kaputt gemacht: Schweden (5 Runden vor Schluss), Österreich und Mosport (3 Runden vor Schluss).
    Also hätte Andretti gut 10 Siege einfahren können…

    Wenn man Bernies Schwachsinnige Medaillen Wertung ansetzen würde – wäre Mario 1977 sogar Weltmeister geworden.

    Du hast Recht, was die kurz Bio’s angeht. Mich ärgert nur immer wieder die Darstellung, das Andretti nur deshalb Weltmeister wurde, weil Ronnie Nummer 2 Status hatte – was Du aber definitiv so nicht geasgt hast: Ich hab’s aber trotzdem rausgelesen 😦

    Weiter so!

  5. grandprixinsider sagt:

    Na, ich weiss nicht. Andretti und 10 Siege in 1977? De facto waren es 4, Ausfälle hin oder her. Ferrari hatte da sicher das komplettere Auto, selbst ohne gound effect, auch der wolf und die McLaren waren sehr flott. Ich erinnere mich da lebhaft an den todlangweiligen GP von Deutschland, dominiert von Lauda, dahinter Scheckter, Hunt, Stuck, Reutemann etc. Andretti war mit dem einzigen Lotus gerade mal in den Punkterängen. Bis zum Motorschaden. Klingt nicht, wie ein angehender WM-Favorit, oder…?

    Das Konzept des wing car steckte ja noch in den Kinderschuhen, was Siege von Lauda, Reutemann, Hunt, Scheckter, Laffite und Jones beweisen, alle mit herkömmlichen Autos. Gehts um rohen Speed, dann war wohl der McLaren sogar das schnellere Auto, denn Hunt fuhr 1977 immerhin 9 Mal Pole (gegen Andrettis 7) und 2 davon sogar gegen Saisonende, als der Lotus schon ausgereifter war.

    Zu Mario Andretti: Habe ich weder auf, noch zwischen den Zeilen so geschrieben! muss ein Missverständnis sein. Dass es Stallregie gab und so Andretti auch mal schonender mit dem Material umgehen konnte ist unbestritten. Folglich musste sich Peterson in solchen Situation hinter dem Teamkollegen einreihen. Nichts anderes.

    Für mich persönlich gehört Peterson in die Liga Regazzoni, Reutemann, Gilles Villeneuve, Alesi und Massa. Sauschnell, aber nicht komplett genug für einen WM-Titel. Doch das ist meine Meinung und gehört nicht in eine Kurzbio.

    Ansonsten Dank für die Blumen, es kommt im Laufe des Jahres noch so einiges, was über diesen Blog hinaus gehen wird.

  6. Jo sagt:

    1977 war meine erste GP Saison – deshalb erinnere ich mich noch fast an jedes Rennen – ab Long Beach…
    Schau Dir einfach mal die Rennberichte der von mir oben genannten Rennen an – dann wirst Du mir wohl zustimmen müssen…
    Die nackten Zahlen sagen da nicht soviel aus.
    Der Wolf hat eigentlich nur in Monaco souverän gewonnen, die anderen 2 Siege sind ihm zugefallen (eine Chance war noch in Long Beach).
    Lauda hat das ganze Jahr gejammert, dass die Reifen nicht zum Auto passen – er hat eigentlich nur ZA und D souverän gewonnen.
    Hunt war immer für Überrschungen gut und ein außerordentlicher Qualifier – seine 3 Siege gehen voll in Ordnung – mehr war aber kaum drin (vielleicht noch Zandvoort aber da war Andretti deutlich schneller).
    Natürlich waren auch Andretti’s LongBeach und Frankreich Siege glücklich…
    Der Lotus war bis Monza auf Highspeed Strecken schlecht (Silverstone, Hockenheim,…) – da zuviel Luftwiderstand.

    Ich meinte übrigens nicht dass Du zwischen den Zeilen diese Andeutung gemacht hättest – ich wollte das glaube ich einfach rauslesen – da es immer im Raum schwebt (Freud lässt grüßen).

    Für mich war Ronnie von 71 bis 75 eindeutig der talentierteste und wohl auch schnellste Fahrer – leider hatte er zuwenig daraus gemacht.
    Ein guter Entwickler war er aber nicht.

    So jetzt bin ich ruhig – bevor das noch zu weit ausufert…
    😉

  7. grandprixinsider sagt:

    Also entgegen allen Unkenrufe lasse ich durchaus anderslautende Ansichten gelten 😀

    Aber zu „1977 war meine erste GP Saison“: Jetzt bin ich aber neugierig geworden.

  8. Jo sagt:

    „Jetzt bin ich aber neugierig geworden.“

    Nix weltbewegendes – und leider nur passiv:
    Ich hab damals als 13 jähriger den Long Beach GP gesehen und von da ab habe ich alles aufgesaugt was mit F1 zu tun hatte.
    Den ersten Dämpfer gab’s 1978 in Monza, nach Zolder 1982 hab ich dann erstmal 5 Jahre Pause gemacht.
    Seit 1987 beobachte ich die F1 wieder mit Interesse.
    Meine Interessen-Schwerpunkt liegt allerdings in den Jahren 1961 bis 1981.
    Danach bekann diese kalte HighTech Zeit, die Teams wie Lotus, Brabham, Tyrrell, Ligier, etc gekillt hat.
    Und seit in den 1990ern F1 ein Werkssport wurde betrachte ich das alles mit angewiderter Faszination – ich kann einfach nicht wegschauen – obwohl mich diese Welt die dieser Gebrauchtwagenhändler da geschaffen hat zutiefst anwidert.

  9. grandprixinsider sagt:

    Peterson fuhr im Quali die 9. Pole Position der Saison 1973 heraus, ein Rekord, den erst Senna 1988 brechen konnte.

  10. funformula sagt:

    „Klugscheißermodus an“:
    Also ich will ja jetzt nicht pedantisch erscheinen aber Peterson erzielte in Monza seine siebte Pole-Position der Saison.
    Das mag bis dahin schon Rekord gewesen sein aber er erreichte in den beiden letzten Rennen der Saison ebenfalls den besten Startplatz und hatte somit erst beim GP USA die 9. Pole Position.
    „Klugscheißermodus aus“ 😉

  11. grandprixinsider sagt:

    Grummelgrummelgrummeldashatmandavonwennmansicheinemtopinformiertenfachpublikumaussetztgrummelgrummelgrummel

    „Peinlichbetretensein/Ausrede-Modus an“:

    Aääähm, jaaaaaaaaaa, Harald. Das ist so natürlich noch viel richtiger, ähm, so meinte ich es ja auch. (glatt gelogen – ob das einer merkt…?) Eigentlich war es ja nur ein Test, damit ich leichter einen Schlussredakteur finde 😀

    „Peinlichbetretensein/Ausrede-Modus aus“:

    P.S. Jetzt weiss ich, was das „fun“ in „Funformula“ bedeutet 😉

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