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Veröffentlicht: 11 Februar 2009 in Uncategorized

John Surtees, Surtees TS7, 1970

11. Februar – Heute ist der 75. Geburtstag von John Surtees und eine willkommene Gelegenheit an seine einzigartigen Erfolge auf zwei und vier Rädern zu erinnern. Der Brite gewann 1956 auf MV Agusta die 500er WM, 1958, 1959 und 1960 sogar jeweils den Titel in der 350er und der 500er Klasse. Dann wechselte er in den Automobilsport über und wurde 1964 mit Ferrari Formel 1-Weltmeister. Doch nicht genug der unvergleichlichen Erfolge auf dem Sattel und hinter dem Lenkrad, „Big John“ ging 1970 auch noch unter die Rennwagen-Hersteller und Teambesitzer. Der oben abgebildete Surtees TS7 war immerhin so gut gelungen, dass der Boss damit einen Sieg beim nicht zur WM zählenden Formel 1-Goldpokal-Rennen in Oulton Park erzielte und wenig später beim Grand Prix von Kanada mit einem 5. Platz erste WM-Punkte sammeln konnte. Der Gewinn der Formel 2-EM mit Mike Hailwood, ebenfalls ein Ex-Motorrad-Weltmeister, mit dem von Matchbox gesponserten Surtees TS10-Hart BDA war wohl der grösste Erfolg der Marke.

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John Surtees 11/2/1934, John Norman Surtees wird geboren in Tatsfield, England.

Das Kunsstück, erst auf MV Agusta Weltmeister in den Jahren 1956 (500er), 1958, 1959 und 1960 (350er und 500er) Weltmeister mit zahllosen Siegen zu werden, dann auf vier Räder umzusteigen und mit Ferrari 1964 auch noch Formel 1-Weltmeister zu werden, hat John Surtees bis heute niemand nachgemacht. Sein F1-Debüt erfolgte 1960 mit Lotus beim Grand Prix von Monaco, sein erst zweites F1-Rennen beendete er als sagenhafter Zweiter, und das vor heimischem Publikum beim GP von England in Silverstone, und in Portugal fuhr er in jenem Jahr noch seine ersten Pole Position heraus. Vier Jahre später feierte er mit Ferrari den WM-Titel, den er auf dramatische Weise beim Finallauf in Mexico errang. 1965 warf ihn ein schwerer Unfall bei einem Rennen zur CanAm-Serie zurück. Er verunfallte mit einem Lola T70 im kanadischen Mosport Park so schwer, dass er für den Rest der Saison verletzungsbedingt ausfiel. 1966 kehrte Surtees zwar ins Ferrari-Cockpit zurück, war aber die ständigen Diskussionen mit den Technikern bald leid und verliess die Scuderia mitten in der Saison.

Sein intensives Interesse an der Technik und seine eigenen diesbezüglichen Vorstellungen, sowie seine Unzufriedenheit damit, wie die jeweiligen Teams, bei denen er bis dahin im Einsatz war, führte 1970 zur Vorstellung seines eigenen Rennstalls. Die Surtees Racing Organization trat mit selbst konstruierten Autos an und war vor allem in der Formel 2 erfolgreich. Doch „Big John“ dürfte in jener Zeit klar geworden sein, wie schwer es in der Tat ist, ein F1-Team zum Erfolg zu führen. Der Brite zog sich Ende 1971 als Fahrer zurück, von einem einzelnen Einsatz 1972 beim GP von Italien einmal abgesehen, um sich auf die Teamführung zu konzentrieren. Nach Achtungserfolgen Anfangs der 70er, ging das Team jedoch finanziell – und damit sportlich – immer mehr den Bach runter und Ende 1978 musste Surtees den Rennstall schliesslich dicht machen. Heute ist der Ex-Weltmeister auf 2 und 4 Rädern standesgemäss in beide Motorsport-Sparten involviert. Er leitet das englische Team im A1 Grand Prix Welt Cup und ist Berater des mit chinesischen Maschinen antretenden Maxtra-Teams in der 125er-Klasse der Motorrad-WM, nebst seinen Terminen bei Klassik-Veranstaltungen. 2008 wurde ihm die Auszeichnung des Order of the British Empire verliehen, sein ganzer Stolz ist aber sein junger Sohn Henry, der vom Kart in den Formelsport eingestiegen ist und die Surtees-Tradition fortzuführen gedenkt.

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Harry Merkel 11/2/1995, Harald Merkel stirbt.

Harry Merkel war ein begeisterter Sportwagenpilot aus Ostdeutschland, der für den Grossen Preis von Deutschland 1952 auf einem Krakau-BMW-Eigenbau gemeldet war, aber letztlich nicht zum Rennen antrat. Scheinbar diente die Nennung als Vorwand, damit Merkel die Gelegenheit nutzen und in den Westen flüchten konnte. Er gründete in München die Firma Auto-Merkel, die einige exotischen Marken vertrat, darunter Moto Guzzi-Motorräder, sowie die Automarken Lancia, Panhard und Triumph u.a. Mit seiner zweiten Ehefrau wanderte Harry, der übrigens ein Ass im Kugelstossen war, dann nach Australien aus. In seiner Heimat gewann er sogar eine Goldmedaille im Kugelstossen bei einem Masters in seiner neuen Heimat.

Geboren: 10. Januar 1918 in Taucha, Deutschland;
Verstorben: 11. Februar 1995 in Killarney Vale, Australien, 77 Jahre alt.

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Roberto Moreno 11/2/1959, Roberto Moreno wird geboren in Rio de Janeiro, Brasilien.

Moreno hatte vor allem am Anfang seiner Karriere den Ruf sauschnell zu sein, aber stets am finanziellen Abgrund zu balancieren. Mehrfach rappelte er sich kurz vor einem drohenden Karriereende doch noch irgendwie auf und debütierte schliesslich 1982 als Lotus-Ersatzfahrer beim Grand Prix von Holland in der Formel 1. Doch es dauerte bis 1987, bis sich eine weitere Chance in der Königsklasse ergab. Da wurde er vom AGS-Rennstall als Ersatz für den chronisch langsamen Pascal Fabre angeheurt. 1988 klappte es wieder nicht mit der F1, dafür wurde er Formel 3000-Europameister auf einem Ralt-Honda. Gebracht hat es ihm zwar Anerkenung, aber kein F1-Cockpit, sieht man einmal von Gastauftritten mit dem unterfinanzierten Coloni-Team ab. 1990 landete er dann bei Eurobrun, was nicht eben ein Fortschritt war, doch dann tat sich bei Benetton die Chance auf, den bei einem Hubschrauber-Absturz verletzten Alessandro Nannini zu ersetzen. Ein 2. Platz hinter Piquet beim Grand Prix von Japan 1990, und damit machte er den 1. Benetton-Doppelsieg überhaupt perfekt, garantierte Roberto für 1991 seine erste volle F1-Saison. So stand es zumindest im Vertrag.

Flavio Briatore war so von Michael Schumacher beeindruckt, dass er Moreno im Spätsommer vor die Tür setzte und den Deutschen unter Vertrag nahm. Und das, obwohl der Brasilianer einen für Benetton wertvollen 4. Platz beim GP von Belgian errungen hatte. Der Geschasste ersetzte dann bei Jordan den inhaftierten Gachot für zwei Rennen und beim Finale in Australien Morbidelli (Ferrari-Gaststart) bei Minardi. Von da ging es abwärts, erst mit dem Katastrophen-Team Andrea Moda und dann kam 1995 mit dem von Diniz gesponsorten Forti Corse-Stall die F1-Endstation. Wie Moreno sich danach in den USA als “Super-Sub”, als dem Super-Ersatzmann vermarktete, verdient Respekt. Nachdem er bei den ChampCars jahrelang einfach überall einsprang, wo ein Cockpit frei wurde, und sich dabei beachtlich schlug, landete er für 2002 dennoch keinen Vertrag. Erst 2003 fand er ein Cockpit, doch die Jungen rückten nach, es wurde für den Veteranen immer schwieriger ein Cockpit zu ergattern. Schliesslich liess er sich als Fahrercoach für Ed Carpenter anheuern und sprang 2006 einmal als Ersatz für seinen Fahrer ein, als der sich verletzte. Noch heute testet er gelegentlich für Vision Racing und berät Carpenter und sein Team, aber auch andere Fahrer. Er trat auch bei diversen Langstrecken-Rennen an und 2007 bei den 500 Meilen von Indianapolis. Auch als die ChampCars 2008 ihr letztes Rennen absolvierten, stand Roberto Moreno natürlich am Start.

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