Sonntag,

Veröffentlicht: 8 Februar 2009 in Uncategorized

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8. Februar – Nicht viel los heute an der “Jahrestag-Front”, also mal wieder Zeit für ein Quiz: Wer ist der Fahrer, was ist das für ein Auto bei welchem Anlass? Wer die Antwort ohnehin weiss, kann uns ja auch ein bisschen die Hintergründe erläutern, newahr?

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Cliff Allison 8/2/1932, Henry Clifford Allison wird geboren in Brough, England.

Vom Busfahrer zum Formel 1-Piloten, so könnte man Cliff Allisons Kariere umschreiben. Colin Chapman bot ihm das Cockpit neben Graham Hill für die Debütsaison des Lotus-Werksteams in der Formel 1 im Jahre 1958 an. Cliff war bereits Werksfahrer bei Chapman, der ihn bei Formel 3-Rennen entdeckt hatte, wo der Privatfahrer die Cooper-Werkspiloten düpierte, und hatte bis dahin Erfolg mit den lotus 11-Sportwagen erzielt. Zwei 6. Plätze und einmal Vierter beim Grand Prix von Belgien in Spa, das liess wiederum Enzo Ferrari auf den Briten aufmerksam werden und so landete der Busfahrer aus Brough für die Saison 1959 bei der Scuderia Ferrari. Er gewann prompt das 1000Km-Rennen von Buenos Aires mit Phil Hill in einem Testarossa Sportwagen und wurde Zweite beim Grand Prix von Argentinien, eine blendende schien dem Briten vorbestimmt. Doch dann erlitt Allison einen schweren Unfall im Training zum GP von Monaco, an den Verletzungen laborierte noch den Rest des Jahres herum, was ihn den Job bei Ferrari kostete. Bei seinem Comeback mit dem Rennstall UDT/Laystall BRP beim GP von Belgien GP wollte Cliff beweisen, dass er wieder voll da ist, war aber übereifrig. Er überschlug sich mit dem Lotus 18 und zog sich schwere Beinverletzungen zu, die seine Karriere vollends beendeten. Er kehrte heim nach Brough und übernahm das Familienunternehmen, das er bis zu seinem Tod 2005 leitete. Cliff Allison blieb bis dahin ein immer wieder gern gesehener Gast und auch gelegentlich Teilnehmer bei Klassik-Rennveranstaltungen.

Geboren: 8. February 1932 in Brough, England;
Verstorben: 7. April 2005 in Brough, England, 73 Jsahre alt.

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Kurt Kuhnke 8/2/1969, Kurt Kuhnke stirbt.

Kuhnke war ein Motorrad-Rennfahrer der Vor- und Nachkriegszeit, welcher denn in den Automobilsport wechselte und an Formel 3-, Formel Junior- und Formel 2-Rennen teilnahm und sich dann in der Formel 1 versuchte. Nachdem es mit Wolfgang Seidels Lotus 18 nicht so recht lief, kaufte er Mitte 1962 einen gebrauchten Lotus und modifizierten so, dass ein Borgward-Motor darin Platz fand. Diese Kreation nannte Kuhnke in BKL um, die Initialen für Borgward Kuhnke Lotus. Doch wie schon mit Seidels Lotus, kämpfte Kurt bei seinen Starts bei nicht zur WM zählenden F1-Rennen mit Motorenproblemen. Dennoch schrieb er sich zu einem einzigen WM-Lauf ein, dem Grossen Preis von Deutschland 1963, scheiterte jedoch deutlich in der Qualifikation. Er zog sich darauf vom aktiven Sport zurück und baute einen zweiten BKL auf. Beim Solitude Grand Prix 1964 gingen Ernst Maring und Hubschrauber-Pilot Joachim Diel auf den BKL an den Start. Diel wurde im Regenwetter in eine Karambolage von 7 Autos verwickelt und schied aus, Maring kam als Zehnter mit 4 Runden Rückstand ins Ziel. Übrigens die einzige Zielankunft eines der Kuhnke-Renner bei einem Formel 1-Rennen.

Geboren: 30. April 1910 in Stettin, damals Deutschland, heute Polen;
Verstorben: 8. February 1969 in Braunschweig, Deutscland, 58 Jahre alt.

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Raph 8/2/1910, Graf George Raphaël Béthenod de Montbressieux wird geboren in Buenos Aires, Argentinien.

„Raph“, so der Spitzname des Grafen, war der Sohn eines wohlhabenden Seidefabrikanten aus der Gegend um Lyon und einer argentinischen Mutter. Er mauserte sich bald zu einem guten und beliebten Rennfahrer, der Alfa Romeos, einen Maserati und dann Sportwagen von Talbot und Delahaye bei Rennen fuhr. 1937 erlitt er während der 24 Stunden von Le Mans einen sschweren Unfall und hatte ein halbes Jahr lang kein Gefühl in den Beinen. Im 2. Weltkrieg weilte Raph in den USA und fuhr dort Midget-Rennen in Kalifornien, gewann s1946 ogar ein in einem überdachten Stadion in Los Angeles ausgetragenes Rennen. Nach Kriegsende kehrte er nach Europa zurück und gewann den Grand Prix von Nantes am Steuer eines alten Maserati der Ecurie Naphtra Course.

Mit einem eigenen Talbot-Lago 26C erlitt Raph 1948 in Albi einen weiteren schweren Unfall. Er überlebte mit einem Schädelbruch und litt lange an Gedächtnisschwund. 1949 gign er sporadisch mit einem Delahaye und auch mit einem Gordini an den Start. Den reparierten Talbot verkaufte er in Brasilien während seines letzten Ausflugs nach Südamerika, wo er 1950 an einigen Rennen teilnahm. Längst war Raph in finanzielle Probleme geraten, sein langjähriger Freund Maurice Chevalier, der Schauspieler und mittlerweile erfolgreiche Chansonnier, gab ihm einen Job als Privatchauffeur. Nachdem Chevalier gestorben war, nahm Raph einen Job als Chauffeur bei einer Mietfirma für Luxusautos an der französischen Riviera an und ging schliesslich 1984 in Rente. George Raphaël Béthenod de Montbressieux starb 1994 im Alter von 84 Jahren in totaler Anonymität.

Geboren: 8. Februar 1910 in Buenos Aires, Argentinien;
Verstorben: 16. June 1994 in Neuilly-sur-Marne, Frankreich, 84 Jahre alt.

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Kommentare
  1. Jo sagt:

    Nun hier begeben wir uns in die Welt der Maki’s, Lyncar’s, Token’s, Trojan’s, Kojima’s, … – also Eintagsfliegen.
    Hier handelt es sich um den Neuseeländer John Nicholson auf einem Lyncar 006 beim Silverstone GP 1975 (Club Corner?).
    Er tauchte mit dem Auto 1974 und 1975 jeweils beim Britischen GP auf – konnte sich 1975 qualifizieren und schied in Wertung aus.
    Es blieb für Fahrer und Wagen der einzige GP.
    Soweit ich weiss, fuhr er damit 1974-75 in GB in diversen Rennen die nicht zur WM zählten.
    Das Lyncar Team hatte zuvor Autos für die brit. Formel Atlantic gebaut.

  2. Stefan Kleindienst sagt:

    Schließe mich der Meinung von Jo an. Der Helm zeigt, dass es sich um John Nicholson handeln muss, Lackierung und technische Details kennzeichnen den Lyncar 006. Die neue Front mit dem freitragenden Flügel machen klar, dass es sich um die 1975er Version handeln muss.
    Frage an Mario-Alberto: was ist eigentlich aus Nicholson geworden?

  3. grandprixinsider sagt:

    Jupp, beide haben richtig geantwortet. Soviel mir bekannt ist, hat John Nicholson sch dann eine Weile den Powerboats zugewandt, war aber auch weiterhin als Berater für seine Ex-Firma McLaren (die Motorenbauer, nicht das F1-Team) tätig, etwa als die die GP Masters-Serie betreuten.

  4. Stefan Kleindienst sagt:

    Vielen Dank für die Info!
    Warte gespannt auf das nächste Rätsel :o)
    Gruß auch an alle (Grand Prix-) Insider

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