Freitag,

Veröffentlicht: 30 Januar 2009 in Uncategorized

Jean-Pierre Jabouille, first Renault F1 turbo test, Ladoux 1976

30. Januar – VOR 60 JAHREN: In der französischen Stadt Nancy wird Bernard Dudot geboren, der Mann, der als „Monsieur Turbo“ für seinen Arbeitgeber Renault einen revolutionären 1.5-Liter-Formel 1-Turbomotor entwickeln würde. Dudot wird Mitte der 70er Jahre zur treibenden Kraft hinter dem streng geheimen Projekt, das Anfang 1976 in einem Renault F1-Prototypen auf der Michelin Teststrecke von Ladoux, nahe Clermont-Ferrand, in den Händen von Jean-Pierre Jabouille erste praktische Fahrtests absolviert. Ein Jahr später gibt Renault Sport das F1-Projekt offiziell bekannt und innerhalb weniger Monate debütiert der Turbo beim Grand Prix von England in Silverstone. Weitere zwei Jahre und Jabouille erringt ausgerechnet in Frankreich Renaults ersten GP-Sieg in Dijon-Prenois. An Dudots Motoren hat es sicher nicht gelegen, dass Renault in der von den Franzosen eingeleiteten Turbo-Ära nie einen WM-Titel holte. Nun aber zurück zu dem Prototypen, mit dem Renault die allerersten F1-Tests fuhr: Weiss jemand hinter welcher Marke Renault das Projekt versteckte und wie die Typbezeichnung dieses Renners lautete?

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Bernard Dudot 30/1/1939, Bernard Dudot wird geboren in Nancy, Frankreich.

Bernard Dudot beginnt seine Karriere im Motorsport 1967 bei Alpine, wo er ein Formel 3-Triebwerk entwickelt, ein Vorläufer eines breitgefächerten Engagements von Renault im Motorsport, das in WM-Ehren in der Formel 1 gipfeln würde. 1975 darf Dudot all seine bei Studien in den USA erworbenen Kenntnisse der Turboaufladung an einem bereits existierenden 2-Liter-V6-Formel 2-Motor anbringen. Er entwickelt parallel einen 2,1-Liter-Langstreckenmotor für die 24 Stunden von Le Mans und den revolutionären 1.5-Liter-F1-Turbomotor, der 1977 beim Grand Prix von England debütiert. Zwei Jahre später gelingt Jabouille der erste von vielen F1-Siegen Renaults beim GP von Frankreich in Dijon-Prenois. Während der nächsten 7 Jahre gehört Renault zu den F1-Topteams, dass es nicht zu einem WM-Titel reicht, hat viele Gründe. An Dudots grossartigen V6-Triebwerken lag es jedenfalls nicht.

1980 wird Dudot technischer Direktor von Renault Sport und bleibt auch nach Renaults offiziellen Ausstieg aus der Formel 1 Ende 1986 in Viry-Chatillon nicht untätig. Mit einer handvoll Ingenieuren beginnt er an einem V10-Saugmotor zu arbeiten und 15 Monate später schliesst Renault eine mehrjährige Partnerschaft mit Williams ab, die 1992 zum WM-Titel Nigel Mansells und damit dem ersten Titelgewinn Renaults führt. Der Renault V10-Motor wird zur Messlatte in der F1, 5 Konstrukteurs- und 4 Fahrer-WM-Titel werden damit erobert. Ende 1997 übergibt Renault das gesamte Material der Firma Mecachrome und zieht sich zum 2. Mal aus der F1 zurück.

Dudot wechselt dann zu Prost Grand Prix, wo er als technischer Direktor jedoch bereits im Juni 1999 durch Alan Jenkins ersetzt wird. Nach einem Aufenthalt in den USA, wo er am Motorenprogramm von Infinity für die Indy Racing League arbeitet und dann bei Menard Cheever Technologies tätig ist, kehrt er Ende 2003 als stellvertretender Geschäftsführer zu Renault Sport zurück. Nach Fernando Alonsos WM-Titel 2004 verabschiedet sich Dudot abermals von Renault und stürzt sich in die Aufgabe der technischen Leitung der GP2-Serie, eine Position, die er noch heute ausübt.

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Paul Frere 30/1/1917, Paul Frère wrd geboren in Le Havre, Frankreich.

Obwohl in Frankreich geboren, hatte Paul Frère die belgische Staatsbürgerschaft und trat für sein Land 15 Jahre lang als halbprofessioneller Rennfahrer bei internationalen Veranstaltungen an, darunter auch bei 10 Formel 1-Rennen. Sein grösster Erfolg war der überraschende 2. Platz beim Grand Prix von Belgien 1965 und brachte ihm eine Statisten-Rolle im 1966 erschienen Filmklassiker Grand Prix ein. Ein weiterer grosser Erfolg feierte er 1960 im Sportwagen 1960, als mit seinem Landsmann Olivier Gendebien die 24 Stunden von Le Mans gewann. Doch sein wahres Talent bestand darin seine Erlebnisse als Schreiber auf spannende Weise nierderzuschreiben. Frère schrieb Artikel für zahlreiche Fachzeitschriften und auch mehrere sehr beliebte Bücher über seine Erlebnisse in der Automobilwelt. Im September 2006 erlitt er in der Nähe des Nürburgrings einen schweren Unfall, bei dem er sich zahlreiche Brüche an Becken und Rippen sowie perforierte Lungenflügel zuzog. Paul Frère erholte sich nie mehr davon, starb im Februar 2008 an seinem Wohnort in Südfrankreich. Monate später, vor dem Grand Prix von Belgien, wurde zu seinen Ehren die Stavelot-Kurve in Spa-Francorchamp in Curve Paul Frère umbenannt.

Geboren: 30. Januar 1917 in Le Havre, Frankreich;
Verstorben: 23. Februar 2008 in Saint-Paul-de-Vence, Frankreich.

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Giovanbattista Guidotti 30/1/1901, Giovanbattista Guidotti wird geboren in Bellagio, Italien.

Ein Leben lang treuer Alfa Romeo-Angestellter, machte Giovanbattista Guidotti Karriere vom Schrauber zum beifahrenden Mechaniker und durfte sich mit bejubeln lassen, als er 1930 beim Klassiker Mille Miglia von Rennfahrer-Legende Tazio Nuvolari zum Sieg kutschiert wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits den Job des Cheftestfahrers inne und wurde nun auch bei Wettbewerben als Werksfahrer eingesetzt. 1937 nannte ihn Alfa Romeo für den Grand Prix von Italien in Livorno, doch er fiel mit technischem Defekt aus. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Guidotti von Alfa Romeo zum Rennleiter des Werksteams befördert und er stellte mit Achille Varzi, Nino Farina, Graf Carlo Felice Trossi und dem Franzosen Jean-Pierre Wimille einen schlagfertigen Fahrerkader zusammen, der die überlegenen Alfettas zu zahlreichen GP-Siege steuerte.

Doch der Teamchef griff auch hie und da noch selbst ins Steuer, wenn Not am Mann war. So sprang er kurzentschlossen beim GP von Belgien 1947 ins Cockpit, als sich Trossi unwohl fühlte, und steuerte die Alfetta hinter Wimille und Varzi als Dritter ins Ziel. Gemeinsam mit Chefingenieur Orazio Satta hatte er das Fundament für die erfolgreiche Rennabteilung – genannt Reparto Corse – gelegt, damit diese die allererste Weltmeisterschaft im Jahre 1950 dominieren und sämtliche Grands Prix gewinnen konnte. Farina wurde so zum ersten Formel 1-Weltmeister der Geschichte, Fangio holte im Jahr darauf den WM-Titel nach Mailand. Giovanbattista Guidotti arbeitete bis zu seinem Ruhestand 1963 für seinen Arbeitgeber weiter und starb 1994 altersbedingt in Mailand.

Geboren: 30. Januar 1901 in Bellagio, Italien;
Verstorben: 2. Juli 1994 in Mailand, Italien, 93 Jahre alt.

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Bruce Johnstone 30/1/1937, William Bruce Gordon Johnstone wird geboren in Durban, Südafrika.

Bruce Johnstone kam als Vizemeister der südafrikanischen Formel 1-Meisterschaft 1961 nach Europa und hoffte auf einen Deal mit dem BRM-Werksteam für die Saison 1962. Ein Gaststart für die Owen Racing Organisation auf einem BRM P48/57 beim nicht zur WM zählenden Goldpokal-F1-Rennen in Oulton Park endete mit einem sehenswerten 4. Platz. Doch nach der Teilnahme beim GP von Südafrika 1962, bei dem er eben diesen BRM P48/57 als BRMs 3. Fahrer vom 17. Startplatz zum 9. Endrang bewegte, reichte wohl als Empfehlung für einen Werksvertrag nicht aus. Johnstone wandte sich wieder der nationalen Szene zu und gewann im selben Jahr das 9-Stunden-Rennen von Kyalami im Duo mit David Piper auf dessen Ferrari 250GTO.

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Ferdinand Porsche 30/1/195,1 Ferdinand Porsche stribt.

Ferdinand Porsche war ein österreichischer Automobilingenieur, der am besten für den Entwurf und Konstruktion des Volkswagen Käfers bekannt wurde. Zudem hat Porsche auch massgeblich die Panzer Tiger I, Tiger II und den Elefant für die deutsche Wehrmacht entworfen. 1937 entwarf Porsche für Auto Union einen Rennwagen, der Daimler-Benz im Grand Prix-Sport von 1934 an Konkurrenz machen würde. Der mit einem V16-Mittelmotor ausgestattete Renner hielt den Spitznamen P-Wagen und war gerade wegen seines innovativen Konzepts so erfolgreich. Die Dominanz der Silberpfeile war gebrochen, doch der Ausbruch des 2. Weltkrieg beendete 1939 den spannenden Kampf der Titanen. Porsche war inzwischen zunehmend in den Bau des Volkswagen-Werks in Wolfsburg involviert und übergab die Leitung der Rennsportprojekte an seinen Sohn Ferry.

Während dem Krieg wurde Ferdinand 22 Monate lang ohne jegliches Gerichtsverfahren in französische Gefangenschaft gehalten. Ferry unternahm alles in seiner Macht stehende, um die Firma über Wasser zu halten. Da kam der Vertrag mit Piero Dusio gerade recht, dem Ferry die Konstruktionspläne eines modernen Grand Prix-Rennwagens verkaufte, der später als Cisitalia Typ 360 bekannt wurde. Der innovative Allradantrieb des 360ers kam zwar nie zum Renneinsatz, doch der Gegenwert für den Rechteverkauf reichte aus um Vater Ferdinand aus seiner misslichen Lage heraus zu kaufen. Ende 1950 erlitt Ferdinand Porsche einen Herzanfall, von dem er sich nicht mehr so recht erholte und am 30. January 1951 verstarb der Firmengründer dann. 1996 wurde Ferdinand Porsche Posthum in die international Motorsport Hall of Fame aufgenommen und ihm die Auszeichnung Autoingenieur des Jahrhunderts verliehen.

Geboren: 3. September 1875 in Maffersdorf, Deutschland;
Verstorben: 30. Januar 1951 in Stuttgart, Deutschland, 75 Jahre alt.

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Kommentare
  1. Stefan Kleindienst sagt:

    Meines Wissens nach lief das geheime Formel 1-Projekt von Renault unter dem Namen Alpine, die Typenbezeichnung des Testträgers lautete Alpine A500.

  2. grandprixinsider sagt:

    So ist es. Glückwunsch!

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