Dienstag,

Veröffentlicht: 23 Dezember 2008 in Uncategorized

Prince Bira, Maserati 250F, Reims-Gueux 1954

23. Dezember – Während Jahrzehnten wurden die an internationalen Veranstaltungen teilnehmenden Rennwagen in den Landesfarben des Bewerbers lackiert. 1935 suchte Prince Bira von Siam für sein Land, das 1949 als Königreich Thailand Unabhängigkeit erlangte, die künftigen Rennsportfarben aus. Anfänglich war es nur ein blasses Hellblau, 1939 kam dann ein horizontaler gelber Steifen hinzu und die Felgen wurden ebenfalls in dieser auffälligen Farbe lackiert.


Michele Alboreto, 2001 23/12/1956, Michele Alboreto wird geboren in Mailand, Italien.

Noch als Student für Industrie-Design wurde Alboreto 1981 Formel 3-Europameister, hatte aber bereits erste Profi-Auftritte mit dem Lancia-Werksteam in der Marken-WM. Er stieg mit Minardi in die Formel 2 ein und holte den in Misano den einzigen Sieg des Rennstalls, bevor er für Tyrrell in der Formel 1 debütierte. 1982 errang er bereits seinen ersten F1-Sieg indem er den Grand Prix der USA in Las Vegas gewann. Seine erste volle F1-Saison beendete Michele als Gesamtsiebter und für Lancia errang er drei Siege, zwei gemeinsam mit Riccardo Patrese (6 Stunde von Silverstone und Nurburgring 1000), einen mit Piercarlo Ghinzani in Mugello.

1983 gewann Alboreto in Detroit, kaufte sich aber lieber aus seinem 3-Jahre-Vertrag mit Ken Tyrrell heraus, als sich 1984 die Chance ergab für Ferrari zu fahren. Nach über 10 Jahren kletterte mit Michele wieder ein Italiener ins Cockpit eines F1-Ferrari, er gewann den belgischen GP und beendete die WM als Vierter. 1985 lief es mit Siegen in Kanada und Deutschland deutlich besser, in der WM unterlag er nur Weltmeister Alain Prost. Doch statt sich zu steigern, stagnierte der Italiener bei Ferrari, nicht ein einziger Sieg sprang in drei Saisons heraus. Endete 1988 trennten sich die Wege von Ferrari und Alboreto, der eigentlich einen Vorvertrag mit Williams hatte, sich aber für eine Rückkehr zu Tyrrell entschloss. Keine gute Idee, es kam zum Krach mit Ken Tyrrell und Michele wechselte mitten in der Saison zu Larrousse.

Für 1990 unterschrieb er bei Arrows, hatte sich von den Footwork-Geldern und dem Motoren-Projekt von Porsche locken lassen. Doch der viel zu schwere V12 wurde zum Desaster und für 1993 probierte er es mit der Scuderia Italia. Deren Lola-Chassis und Ferrari-Motoren passten einfach nicht zusammen. Für 1994 schloss sich die Scuderia Italia mit Minardi zusammen, der Kreis schloss sich. Doch am Ende der Saison wusste Michele, die F1 war für ihn Vergangenheit. R widmete sich fortan Sportwagen-Renen und gewann 1997 die 24 Stunden von Le Mans mit Ex-Ferrari-Teamkollege Stefan Johansson und Tom Kristensen in einem von TWR entwickelten Porsche. Danach gehörte er zum Kader der Werksfahrer bei Audi und übte auch gerne die Funktion des Testfahrfers aus. Es war bei einer solchen Testfahrt am Lausitzring, bei der Michele Alboreto Anfang 2001 bei einem Überschlag durch Reifenschaden sein Leben verlor.

Geboren: 23. Dezember 1956 in Mailand, Italien;
Verstorben: 25. April 2001 am Lausitzring, Deutschland.

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Prince Bira 23/12/1985, Prinz Birabongse Bhanutej Bhanubandh stirbt.

Prince Bira war ein Familienmitglied der königlichen Familie von Siam’s royal family und Enkel von König Mongkut, der das Land dem Western im späten 19. Jahrhundert öffnete. Der König und sein Ansinnen bildete übrigens die Vorlage der Musical-Komödie „der König und ich“. Die königliche Familie war Gross-Britanien verbunden und Prinz Bira wurde so 1927 – gerade mal 13 Jahre alt – auf das Eton College in England geschickt. Vielleicht ahnte seine Familie die bevorstehende Revolution in Siam und die frühe Einschulung im Ausland bedeutete, dass er vor den heftigen politischen Wirren in Sicherheit war, die König Prajadhipok – der Onkel des Prinzen – zwangen abzudanken. Prinz Bira blieb in England und studierte anschliessend an der Universität von Cambridge. Ein weiterer siamesischer Adeliger, Biras Cousin Prinz Chula Chakrabongse, betrieb einen Rennstall mit dem Namen White Mouse Racing, also das Team der weissen Mäuse, der 21-jährige Bira war erwartungsgemäss Feuer und Flamme und drängte einmla selbst ins Lenkrad greifen zu dürfen.

1936 kaufte Chulas White Mouse-Team einen ERA für Bira und der machte sich schnell einen Name in der Voiturette Klasse. Auch international liess der Prinz aufhorchen, etwa mit dem Sieg des Coup de Prince Rainier in Monte Carlo. Bis der 2. Weltkrieg ausbrach. Als in Thailand (so Siams offizieller Name ab 1939) Krieg ausbrach und die japanische Armee einmarschierte, wurde dem Prinzen nahegelegt im Exil zu bleiben, wo er ohnehin eine Engländerin geehelicht hatte und in Cornwall lebte. Nach Kriegsende belebte der 31-jährige das White Mouse Racing Team wieder, auch wenn in England noch selten Rennen stattfanden. Bira orientierte sich dann aber nach Europa und fuhr einen Maserati aus Enrique Plates Privatteam. Er fuhr gelegentlich auch für HWM, Gordini und OSCA. 1953 setzte er dann seinen eigenen 2-Liter-Maserati AC ein, der auch die thailändischen Landesfarben (hellblau mit gelben Streifen und Felgen) trug.

Bira war in der Folge unter den ersten privaten Käufern des neuen Maserati 250F, doch bis sein neuer Formel 1-Renner fertig gestellt wurde, fuhr er 1954 zunächst noch sein altes Exemplar weiter, allerdings durch einen neuen 2,5-Liter-Motor aufgewertet, mit dem er immerhin den Grand Prix des Frontieres auf dem Strassenkurs von Chimay im Süden Belgiens gewann. Mit dem neuen 250F ausgestattet, wurde Bira Vierter beim Grand Prix von Frankreich in Reims und gewann den nicht zur WM zählenden GP von Neuseeland. Doch Ende 1954, er hatte mittlerweile zum 2. Mal geheiratet, zog sich Bira nach Thailand zurück und kam nur gelgentlich nach Europa, etwa um seinen vor Cannes liegenden Drei-Mast-Schooner auszufahren oder in seiner Villa „Les Faunes“ in Mandelieu Urlaub zu machen. Ein weitgereister und gebildeter Abenteuerer, starb Prinz Bira einen allzu gutbürgerlichen Tod, als er in einer Londoner U-Bahn einen Herzanfall erlitt.
Geboren: 15. July 1914, in Bangkok, damals Siam;
Verstorben: 23. Dezember 1985 in London, England.

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Bertrand Gachot, 1995 23/12/1962, Bertrand Jean Gachot wird geboren in Luxemburg.

Nach Erfolgen in den Nachwuchsformeln, sicherte sich Bertrand Gachot die Unterstützung des exkzentrischen belgischen millionärs Jean-Pierre Van Rossem und damit 1989 das Ticket in der Formel 1 mit dem Onyx-Team. Doch nach Meinungsverschiedenheiten mit dem Sponsor und dem Team, erschien der Belgier nach kurzer Auszeit 1990 mit dem Subaru Coloni-Team wieder. Zwar war dieser Einsatz ein totales Desaster, aber immerhin konnte er Eddie Jordan mit seinen kommerziellen Verbindungen überzeugen und bekam eines der Cockpits in der Debüt-Saison des Jordan F1-Teams 1991. Das Jahr begann gut, Gachot holte mehrere WM-Punkte, dazu gewann eer die 24 Stunden von Le Mans auf Mazda mit den Kollegen Johnny Herbert und Volker Weidler. Doch dann im Spätsommer der Skandal: Weil Gachot in London bei einer Auseinandersetzung mit einem Taxifahrer im vorangegangenen Winter in Eigenwehr mit CS Gas angesprüht hatte, verurteilte ihn eine englisches Gericht im August 1991 zu 6 Monaten Haftstrafe ohne Bewährung. Sein Cockpit bei Jordan ging an Michael Schumacher.

Gachot versuchte im Jahr darauf verzweifelt mit dem Larrousse-Team seine Karriere in Gang zu halten, doch die Autos waren alles andere als konkurrenzfähig. So gesehen war der 6. Platz 1992 in Monaco bemerkenswert, aber eben nicht genug. 1993 bestritt Gachot einige Tourenwagen-Rennen und einen einmaligen Auftritt in der CART-Serie mit Dick Simon Racing in Toronto. 1994 kehrte er abermals in die F1 zurück, und zwar als Fahrer und Teilhaber von Pacific Grand Prix. Doch das Team war unterfinanziert und überlebte nicht. Gachot verschwand danach weitgehendst vom Motorsport, vor allem nachdem der Versuch ein Ssangyong-Sportwagen-Team für die 24 Stunden von Le Mans aufzustellen ebenfalls scheiterte. Er versuchte sich dann mit dem Vetrieb eines Energy Drinks Namens Hype und einer F1-Homepage.

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Geoff Willis, 2007 23/12/1959, Geoff Willis wird geboren in Southampton, England.

Willis ging als promovierter Ingenieur von der angesehenen Uni von Cambridge ab und hat seinen Doktorentitel in Hydrodynamik an der Uni von Exeter erarbeitet. Er debütierte 1990 in der Formel 1 indem er für Leyton House Racing erste Anwendungen von CFD (computational fluid dynamic) in die Design-Abteilung. Als das Team in immer ärgere finanzielle Wirren geriet, akzeptierte Willis ein Angebot von Williams, wo er neben Adrian Newey und Egbahl Hamidy hauptsächlich Forschungsarbeit in Sachen Aerodynamik durchführte. Sowohl Newey als auch Hamidy sprange binnen weniger Monate ab und so wurde er 1997 der Leiter der Aerodynamik-Abteilung und war gemeinsam mit Chef-Designer Gavin Fisher für alle Williams-Modelle bis 2001 verantwortlich.

2001 kam dann der Wechsel zu British American Racing, doch der Stall wurde 2005 von Honda übernommen und Japaner führten ihre eigenwilligen Führungshierarchien ein. Willis gab im Verlaufe des Jahres entnervt auf. Seit July 2007 is Willis Technik-Direktor bei Red Bull Racing, sein Vorgesetzter ist einmal mehr Adrian Newey.

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