Vor 40 Jahren verloren wir Jim Clark

Veröffentlicht: 7 April 2008 in Uncategorized
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Jim Clark

Jim Clark, einer der besten Rennfahrer aller Zeiten, verunglückte heute vor 40 Jahren beim Formel 2-EM-Lauf am Hockenheimring tödlich.


Jim Clark wurde am 4. März 1936 im schottischen Kilmany als Sohn einer Farmerfamilie geboren. Diese ländliche Umgebung mit Schafzucht und Ackerbau bestimmte in Jugendjahren das Leben dieses scheuen, sensiblen, im Umgang mit seinen Mitmenschen – auch zu Zeiten grosser Erfolge im Motorsport – zutiefst unsicheren Mannes. Doch er erlangte im Cockpit der Rennwagen Selbstvertrauen, denn er begriff schnell, dass er in diesem Ambiente intuitiv agierte – und die Erfolge verliehen Selbstbestätigung.

Als Clark eines schönen Sonntages mit einem Lotus Elite gegen einen gewissen Colin Chapman, der eben dieses Auto konstruiert hatte und den Lotus-Rennstall leitete, eines der zahlreichen nationalen Rennen bestritt, war der Team-Boss sofort von den außergewöhnlichen fahrerischen Fähigkeiten Clarks beeindruckt. Der Schotte bekam einen Vertrag angeboten, der Rest ist Motorsport-Geschichte.

Clark debütierte in der Formel 1 mit Lotus beim Großen Preis von Holland 1960 und war sofort mit bei der Musik, fiel aber als Fünfter mit einem Getriebeschaden aus. Beim nächsten Lauf im belgischen Spa verunglückten die beiden Engländer Chris Bristow und Clarks Teamkollege Allan Stacey tödlich und Stirling Moss überstand, ebenfalls in einem Lotus, einen Horrorunfall mit Beinbrüchen. Clark begann den brandgefährlichen Ardennenkurs zu hassen. Zwei Jahre später fuhr er ausgerechnet hier seinen ersten Grand-Prix-Erfolg ein. Die WM verlor er in jenem Jahr, wie so viele Rennen zuvor, wegen technischem Defekt beim Finallauf

1963 konnte Clark dann endlich die Erwartungen mit zuverlässigerem Material umsetzen, eroberte sieben mal die Pole Position, gewann sieben von zehn Rennen und wurde überlegen Weltmeister. Zudem belegte er als «Rookie» bei seinem ersten Start bei den 500 Meilen von Indianapolis hinter Parnelli Jones den zweiten Platz. Jimmy besserte 1965 sogar noch nach, führte 190 von 200 Runden bei Indy 500. Vor allem den alles entscheidenden letzten Umlauf. Zudem wurde er in jenem Jahr zum zweiten Mal Formel 1-Weltmeister.

Nach einem harzigen Jahr mit dem klobigen, schweren und unzuverlässigen BRM H16-Motor, die Formel 1 hatte inzwischen auf Dreiliter-Motoren aufgestockt, sicherte sich Colin Chapman exklusiv den Ford Cosworth DFV, der allerdings erst zu Saisonmitte 1967 debütierte. Clark siegte beim Premierenrennen des Lotus 49 im holländischen Zandvoort und dominierte den Rest der Saison. Für die WM reichte es allerdings nicht mehr, da belegte er am Ende nur Rang drei. Doch die Kombination Jim Clark/Lotus 49/Ford Cosworth DFV war klare Favoritin für 1968.

Jim Clark, Lotus 49

Diesen Anspruch bestätigte Jim Clark beim Saisonauftakt im südafrikanischen Kyalami, der zweifache Weltmeister fuhr seinen 25. Grand-Prix-Erfolg heraus, einen mehr als der grosse Juan Manuel Fango und war nun der siegreichste Pilot der Formel 1-Geschichte. Jackie Stewart brauchte bis zum Jahr 1973 um diesen Rekord zu überbieten. Und da dem Südafrika-GP eine dreimonatige Pause folgte, verteidigte der Lotus-Werksfahrer in der verbleibenden Zeit seinen Titel in der Tasman-Serie, eine in Australien und Neuseeland ausgetragene Meisterschaft mit Formel 1-Autos, aber 2.5-Liter-Motoren.

Nach der Lockerung der Werbeeinschränkung im Motorsport durch die FISA, gelang es Colin Chapman mit Gold Leaf erstmals eine branchenfremden Sponsor zu gewinnen, Clarks Lotus 49T-Cosworth 2.5 wurde in den neuen Farben rot-weiss und gold vorgestellt, und bei der Lady Wigram Trophy in Neuseeland debütierte am 20. Januar 1968 der neue Look. Die Ära des kommerziellen Sponsorings hatte begonnen. Einen Monat später, auf dem Weg zum vierten Tasman-Titel, fuhr Jim Clark einen weiteren Sieg heraus. Keiner ahnte, dass Jimmy an diesem 25. Februar in Sandown Park – nahe Melbourne – den letzten Triumph seines Lebens feierte.

Jim Clark, Lotus 49T-Cosworth 2.5 V8, 1968

Sein nächster Termin war eigentlich ein Sportwagen-Rennen für Ford in Brands Hatch, doch um dem neuen Sponsoren zu gefallen, zumal der Renner nicht fertig wurde, reiste Clark nach Deutschland. Nach einem Auftritt im Aktuellen Sportstudio ging er am Sonntag beim EM-Lauf in Hockenheim an den Start – ohne jede Siegeschance. Und dann, so wird vermutet, platzte ein Hinterreifen, der Lotus 48 schoss mit weit über 200 km/h links von der Strecke und schleudert breitseits gegen einen Baum. Jim Clark war sofort tot.

Millionen Menschen in aller Welt haben Jim Clark auf seinem von grossen Erfolgen gepflasterten Weg begleitet, der Schock des brutalen Todes dieses stets sympathischen und bescheiden Jungen am 7. April 1968 zog tiefe, weltweite Trauer nach sich. Vierzig Jahre ist es heute her, dass wir Jim Clark verloren haben. Doch in den Herzen der Fans bleibt er unvergessen.

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