Jack Brabham, 2005 Bedenkt man, dass Jack Brabham eher zufällig Rennfahrer wurde, so verblüfft der Weg des der dreifache Formel 1-Weltmeister, der ganz nebenbei noch als Teamchef und Unternehmer in Personalunion seinen Rennstall zu zwei Konstrukteurs-WM-Titel führte.


Jack Brabham wurde am 2. April 1926 in Hurstville in der Nähe von Sydney in Australien geboren. Sein erstes eigenes Projekt als diplomierter Ingenieur war ein Rennwagen der Midget-Klasse für Szene-Ass Johnny Schonberg. Erst als der in Australien lebende Amerikaner beschloss, seine Karriere an den Nagel zu hängen, fasste Brabham den Entschluss, sich selbst hinter das Lenkrad zu klemmen und sich auf diesen sandigen Ovalen zu versuchen. Es dauerte nicht lange bis er seine ersten Rennen gewann und Bekanntheit in der lokalen Midget-Szene erlangte. In dieser Zeit traf er auch Ron Tauranac, einen jungen Ingenieur, den es in den technisch anspruchsvolleren Rundstrecken-Sport hinzog.

Jack Brabham, Cooper-Bristol 1955

Dss Duo schrieb für Jack einen importierten Cooper-Bristol zu Rennen in Neuseeland ein, wo stets ausländische Fahrer antraten. Als sich Jack erfolgreich gegen international Konkurrenz durchzusetzen vermochte, beschlossen sie, ihr Glück in England zu suchen. Dort angelangt, arbeitete Jack für die Cooper Car Company in Surbiton, Surrey. Bezahlung gab es keine, dafür gab John Cooper dem Australier die Möglichkeit, ein eigenes Auto aufzubauen, mit dem er in der Formel 2 antrat. Nachdem er seine Kompetenz unter Beweis gestellt hatte, beschloss das Team, ihn auch zu Sportwagenrennen zu schicken.

Beim Grand Prix von Monaco startete Jack in seinem Cooper Formel 2-Auto, mit einem Motor, der extra für dieses Rennen auf 2,2 Liter aufgebohrt worden war. Nach einem Trainingsunfall musste er jedoch ein Chassis von Rob Walker leihen, baute aber seinen eigenen Motor ein. Drei Runden vor Rennende lag er an dritter Position, doch sein Motor gab den Geist auf. Jack konnte aber den sechsten Platz retten indem er das Auto über die Ziellinie schob. Brabham und Cooper entwickelten das Auto und den Motor gemeinsam weiter und der Australier gewann 1959 sein erstes Formel 1-Rennen bei einer nicht zur WM zählenden Veranstaltung. Danach folgten Siege beim britischen Grand Prix und beim Grand Prix von Monaco und schliesslich der Gewinn der Weltmeisterschaft.

Jack Brabham, Cooper, Reims 1959

Er wiederholte dieses Kunststück 1960, aber die Tage der kleinen und agilen Cooper-Autos waren gezählt nachdem für 1961 neue technische Regeln eingeführt wurden. Jack Brabham and Ron Tauranac beschlossen, dass sie gut und gerne auch alleine arbeiten könnten und gründeten ihre eigene Firma: Motor Racing Developments Ltd. Jack startete zunächst mit einem Lotus in die Saison 1962 und im Juli, beim Grand prix von Deutschland, sass er erstmals in seinem eigenen Auto, dem Brabham BT3. Während MRD Brabham-Autos für alle möglichen Meisterschaften baute dauerte es bis 1964, bis der Konstrukteur sein erstes Formel 1–Rennen gewann. Dan Gurney siegte beim Grand prix von Frankreich in Rouen.

Jack Brabham selbst musste bis April 1966 warten, bis er selbst ein Rennen in seinem eigenen Auto gewann. Damals fuhr er einen in Australien durch Repco aufgebauten Oldsmobile V8-Alu-Motor. Diese Kombination war so erfolgreich, dass Jack seinen dritten Weltmeistertitel als Fahrer gewann und den ersten als Konstrukteur.

1967_wahreliebe.jpg

1967 gewann Brabham den zweiten Konstrukteurstitel und Dennis Hulme den des Fahrerweltmeisters. Das Debut des Cosworth DVF-Motors 1968 bedeutete aber harte Konkurrenz, die Repco V8 waren nicht mehr konkurrenzfähig. Brabham wurde daher 1969 auch Kunde von Cosworth und gewann weiter Rennen. Nachdem er den grössten Teil der Saison um den Titel mitgekämpft hatte, kündigte Jack Ende 1970 im Alter von 44 Jahren seinen Rückzug aus dem Sport an.

Jack Brabham zog sich komplett aus der Formel 1 zurück, beendete nicht nur seine Karriere als Fahrer sondern verkaufte auch seine Anteile an der Firma an Tauronac und ging zurück nach Australien. Er behielt aber seine Anteile an John Judd Engine Developments Ltd., das ursprünglich als Jack Brabham Conversions bekannt war. Später verkaufte Tauronac das Team an Bernie Ecclestone und Brabham gewann zwei weitere Titel mit Nelson Piquet bevor das Team verkauft wurde und von der Bildfläche verschwand.

Jack Brabham, Brabham Indycar 1970

Jack Brabham fuhr 126 Grand Prix Rennen, von denen er 14 gewann. Er stand 13 mal auf der Pole und fuhr 10 schnellste Rennrunden. Zudem startete er fünf mal bei den 500 Meilen von Indianapolis. Er war nicht nur drei mal Weltmeister, 1966 wurde er für seine verdienste im Rennsport als «Officer of the Order of the British Empire» geehrt und 1979 zum Ritter geschlagen. Der Name Brabham blieb dem Rennsport aber erhalten, denn seine drei Söhne Geoff, Gary und David wurden ebenfalls erfolgreiche Rennfahrer. David gab 1990 sogar sein Debut in der Formel 1.

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